Ziegen-Archiv
115 Seuchenfälle im 2009
Im Jahr 2009 lagen die bisher gemeldeten Seuchenfälle bei Ziegen mit 115 Erkrankungen im Durchschnitt der letzten 10 Jahre (118 Fälle) und leicht höher gegenüber 2008 (97 Fälle). 80% bzw. 91 Fälle betrafen die Caprine Arthritis-Encephalitis, CAE (2008: 61). Danach folgenden die 11 Chlamydienaborte (2008: 15) und 6 Fälle der Coxiellose (2008: 6). (31.12.2009, Quelle: www.infosm.bvet.admin.ch)
Q-Fieber: Ursachen in Holland
Die Fallzahlen in Holland nehmen seit zwei Jahren ständig zu. Die Gefahr einer ähnlich starken Ausbreitung des Q-Fiebers gilt hierzulande als unwahrscheinlich. Die Ziegenzucht unterscheidet sich deutlich von der Intensivhaltung mit Hunderten von Tieren in niederländischen Betrieben. Die Ziegenproduktion stieg dort unglaublich stark an, von 10'000 Tieren in den 90er Jahren auf heute 360'000 Tiere. Abortwellen auf den Grossbetrieben führen zur Verbreitung der Bakterien. Über Mist und Gülle kann die Umwelt kontaminiert werden (22.12.2009, Quelle: BVET-Blog „Q-Fieber nimmt wegen wachsener Ziegenpopulation zu“).
Chip-Pflicht ab 1.1.2010
Die Proteste der Zuchtverbände blieben ungehört: Ab 1. Januar 2010 gilt in der EU die Pflicht zur elektronischen Kennzeichnung von Schafen und Ziegen. Tiere, die nach dem 31. Dezember 2009 geboren werden, müssen grundsätzlich elektronisch gekennzeichnet werden. Eines der beiden erforderlichen Kennzeichen hat eine elektronische Ohrmarke oder ein elektronischer Bolus zu sein, das andere Kennzeichen eine "konventionelle" Ohrmarke.
Die Regelung betrifft nur Tiere, die zur Zucht, für den innergemeinschaftlichen Handel oder die Ausfuhr nach Drittländern bestimmt sind. Dies bedeutet für Deutschland, dass von rund 2,5 Millionen Schafen und Ziegen ungefähr 300.000 Tiere oder 12,5 Prozent des Gesamtbestands elektronisch zu kennzeichnen sind (20.12.2009, Quelle: www.bmelv.de).
Ziegen-Grippe-Welle?
In den Niederlanden ist die Zahl der Erkrankungen am sogenannten Q-Fieber in diesem Jahr massiv angestiegen. Über 2000 Personen sollen angesteckt worden sein. 6 Patienten sind gemäss Medienberichten am Q-Fieber gestorben. Von der Epidemie betroffen seien besonders die östlichen und südlichen niederländischen Provinzen. Bis zu 20'000 Schafe und Ziegen sollen getötet werden, um eine weitere Ausbreitung des Q-Fiebers bei Menschen zu verhindern (vgl. z.B. www.euronews.net). Plakativ wird vor einer "Ziegen-Grippe-Welle" gewarnt. Die Krankheit ist aber nicht neu und betrifft keineswegs nur Ziegen. Sie wird bei den Tieren als Coxiellose bezeichnet und verläuft - abgesehen von gelegentlichen Aborten und Fruchbarkeitsstörungen - meist ohne Symptome. Bei einer Übertragung auf den Menschen wird die Krankheit als Q-Fieber bezeichnet und äusserst sich als Grippe, teilweise verbunden mit einer Lungenentzündung. Weitere Informationen finden sie <hier>. (12.12.09)
Erstaunliche Höhlenziegen
Die Höhlenziegen (Myotragus) siedelten sich vor rund sechs Millionen Jahren auf der Insel Mallorca an. Der Pegel des Mittelmeeres war zu dieser Zeit drastisch gefallen, weshalb die Ziegen mit trockenen Klauen vom Festland auf die Insel gelangen konnten. Als das Meer aber wieder anstieg, blieben sie ohne natürliche Feinde auf der Insel zurück. Es kaum zu einer ungezügelten Vermehrung der Tiere und - in der Folge - zu einer grossen Nahrungsknappheit. Die Ziegen passte sich den extrem kargen Lebensbedingungen in bemerkenswerter Weise an: Sie wurden zwergwüchsig. Bei der Geburt waren sie kaum grösser wie eine Ratte. Die Geschlechtsreife erreichten sie erst mit 12 Jahren. Besonders bemerkenswert ist aber auch das geschrumpfte Gehirn. Im Gegensatz zu unseren heutigen Ziegenrassen verfügten sie nur noch über halb so viel Hirnmasse. Gehirnzellen brauchen bekanntlich Energie. Da die Höhlenziegenen nicht ständig auf der Hut vor Raubtieren sein mussten, benötigten sie auch weniger graue Zellen. Die Einsparung war also folgerichtig. Die Tiere dösten zudem die meiste Zeit im Schatten und bewegten sich kaum. Sie waren übehaupt nicht mehr in der Lage, schnell zu laufen. Denn auch dies brauchte nur unnötig Energie. So überlebte die Gattung während Jahrtausenden. Mit dem Eintreffen der Menschen auf der Insel vor 3000 Jahren starb die Höhlenziege aber schlagartig aus (18.11.2009, Quellen: http://derstandard.at, www.sueddeutsche.de).
Wählerische Tischpartner
In Laufställen gilt es darauf zu achten, dass auch rangniedere Ziegen genügend zum Fressen kommen. Können sich die Tiere bei der Futteraufnahme bewegen, benötigen sie weit mehr Abstand zu ihren Artgenossen wie beim fixierten Fressen (wo rund 45cm genügen). Der notwendige Abstand kann je nach Ziegenpaar sogar bis zu 4 Meter betragen! Im aktuellen Forum Kleinwiederkäuer 11/09 gibt Nina Keil verschiedene Tipps für Verbesserungsmöglichkeiten im Laufstall. Dazu gehören zum Beispiel die klare Trennung von Fress- und Liegebereich, mehrere Futterraufen und deutlich mehr Fressplätze als Ziegen, keine Engpässe und Sackgassen im Stall und nicht zuletzt stabile Herdegruppen (15.11.2009, Quelle: Forum Kleinwiederkäuer).
Quantensprung des SZZV
Der Schweizerische Ziegenzuchtverband, die Caprovis Data AG und das Forum Kleinwiederkäuer machen einen Quantensprung mit ihrem Internetauftritt. Zahlreiche und übersichtliche Informationen zur Ziegenzucht in der Schweiz, ein Veranstaltungskalender und sogar ein kostenloser Anzeigenmarkt sind auf den neuen Seiten zu finden. Wollen Sie sich selber ein Bild machen? Die jeweiligen Internetadressen lauten http://szzv.caprovis.ch, http://cdag.caprovis.ch, http://forum.caprovis.ch (15.11.2009).
Aufruf zur Geissen-Demo
Am 20. November 2009 findet eine Kundgebung gegen die Schweizer Wolfspolitik auf dem Bundesplatz in Bern statt. Der Anlass beginnt um 11.30 Uhr. Veranstalter sind der Schweizer Ziegenzuchtverband, der Schweizer Schafzuchtverband sowie der Verein zur Verteidigung gegen Grossraubtiere. Es wird je eine Gruppe von 25 Schafen und Ziegen aufgetrieben. Züchter und Halter von Schafen und Ziegen sind aufgerufen, an der Kundgebung teilzunehmen. Mindestens 12 Wölfe sind in der Schweiz derzeit nachgewiesen. Immer wieder kommt es zu Verlusten bei Schafen und Ziegen. Die Züchter und Halter treten deshalb gegen den Artenschutz für Wölfe in der Schweiz an. Der Schutz des Wolfes soll nicht über den Schutz der Nutztiere gestellt werden (13.11.2009, Quelle: www.szzv.ch).
Ziegen als Brandstifter
In Gleisdorf (Österreich/Bezirk Weiz) brannte ein Ziegenunterstand vollkommen nieder. Ausgelöst wurde der Brand durch eine Ziege, die in ein Elektrokabel biss. Die hohe Luftfeuchtigkeit verursachte in der Folge einen Kurzschluss, der nicht nur im ganzen Anwesen das Licht ausgehen liess, sondern auch den Tierunterstand in Schutt und Asche legte. Der Schaden beträgt 4000 Euro. Die Tiere kamen mit dem Schrecken davon. Der gestrige Bericht des ORF ist eine gute Erinnerung an jeden Ziegenhalter, dass Stromkabel in der Reichweite seiner Tiere einen guten Schutz brauchen. Die Knabberlust der Ziegen ist bekanntlich (fast) unbeschränkt! (28.10.2009, Quelle: http://steiermark.orf.at)
Umfassende Informationen zur Klauenpflege
Es gibt angenehmere Beschäftigungen wie der regelmässige Klauenschnitt - für Ziegen wie Halter. Die konsequente Klauenpflege ist jedoch unververmeidbar und wichtig. Heinz Strobel hat sich diesem Thema im Buch "Klauenpflege Schaf und Ziege" speziell gewidmet. Es erschien in diesen Tagen und bietet viel Grundlagenwissen. Dazu gehören insbesondere Hinweise, wie Klauenkrankheiten vermieden, erkannt und behandelt werden können. Das Buch setzt einen gewissen Erfahrungsschatz im Umgang mit Tier und Klaue voraus. Anfängern ist es deshalb weniger zu empfehlen (9.10.2009, Quelle: Ulmer Verlag)
Zonoosen im Überblick
Zoonosen sind Krankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden können. Die Übertragung erfolgt durch den direkten Kontakt oder den Konsum von Lebensmitteln tierischer Herkunft. Möchten Sie wissen, welche Ziegenkrankheiten übertragen werden können? Das Bundesamt für Veterinärwesen hat neu diese Informationen übersichtlich ins Internet gestellt, aufgeteilt in Symptome, Ansteckung und Prävention für Mensch und Ziege. Die Angaben sind zu finden unter www.bvet.admin.ch. (20.9.2009).
Walliser Schwarzhals mit hoher Aufzuchtleistung
Bei Walliser Schwarzhalsziegen und Burenziegen gilt die Aufzuchtleistung als quantitatives Leistungsmerkmal zur Bewertung der Milchleistung. Dabei wird das Geburtsgewicht mit dem 40 Tage-Gewicht verglichen. Die Statistik 2008 der Herdebuchstelle zeigt, dass die Schwarzhals Ziege hier die Nase deutlich vorne hat. Währendem die Buren-Gitzi bei der Geburt noch ein höheres Gewicht aufwiesen, wogen sie nach 40 Tagen 1 kg bzw. 10% weniger als die Schwarzhals-Gitzi.
| Geburtsgewicht | Gewicht 40. Tag | |||
| m | w | m | w | |
| Walliser SH | 3.7 kg | 3.4 kg | 9.9 kg | 10.1 kg |
| Buren | 4.0 kg | 3.6 kg | 8.8 kg | 9.1 kg |
Sehr erfreulich ist auch die hohe Nachzuchtrate der gefährdeten Walliser Schwarzhalsziege. Sie liegt mit 47 Prozent auf Platz 2 aller im Herdebuch erfassten Rassen. Auf Platz 1 liegt hier die Burenziege mit einer beeindruckenden Nachzuchtrate von 57%. (15.9.2009, Quelle: Forum 9/2009)
Ziegenbockgeruch aus 19 Inhaltsstoffen
Ziegen als Hauptdarsteller in Kinderbüchern sind keine Seltenheit. Selten ist hingegen die Darstellung so originell wie im soeben erschienen Buch "Der stinkende Geissbock". Geissbock Charly verliebt sich in die Geiss Alina. Er will sie mit einem neuen, attraktiveren Duft erobern. Auf seiner Reise entdeckt er zwölf wunderbare, aber auch einige sonderbare Gerüche. Nach langer Suche findet Charly ein Feld voller Rosen. Der „Duft der Liebe“ soll seine Angebetete beeindrucken. Wir ahnen schon, was daraus wird... Doch nun der Clou: Reibt der Leser mit seiner Hand über die zahlreichen Bilder, kommt er selbst in den Genuss der zwölf verschiedenen Duftnoten, Ziegenbockgeruch natürlich inklusive. Nach Angaben der Autoren waren alleine für die Herstellung des Geissbock-Duftes insgesamt 19 Inhaltsstoffe notwendig. Wer mehr über das originelle Buch erfahren will, findet weitere Angaben unter www.duftbuch.ch. (2.9.09)
Protest gegen Ziegen-Tierfabrik in Niedersachsen
Die Landesdomäne Heidbrink soll an das Unternehmen Petri-Feinkost für den Bau von Europas größter Massentierhaltung von Ziegen verkauft werden. Bis zu 7000 Milchziegen und Böcke werden ohne jeden Auslauf in großen Ställen untergebracht. Die Albert-Schweitzer Stiftung sammelt Unterschriften gegen dieses äusserst fragwürdige Projekt unter http://albert-schweitzer-stiftung.de. (31.7.09)
Schützen Sie Ihre Ziegen vor der Sommerhitze!
Gerade rechtzeitig zu den heissen Sommertagen gibt uns die Zeitschrift Schafzucht Ratschläge, wie wir die Sommerhitze für unsere Schafe und Ziegen erträglicher gestalten können. So sind den Tieren stets genügend schattige Orte zur Verfügung zu stellen (Bäume, Unterstände, Sonnenschutzsegel, etc.). Die Tränke ist täglich zu kontrollieren. Ziegen sind hinsichtlich der Wasserqualität anspruchsvoll. Verschmutztes Wasser wird schlicht verweigert, mit negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Tränke sollte im Schatten angebracht werden. Sie wird an solchen Orten lieber genutzt und das Wasser bleibt im Schatten länger frisch. Stehende oder fliessende Gewässer sollten hingegen nicht als Tränke genutzt werden (Bakterienaufkommen im Wasser, Parasiten im morastigen Boden). Im Weiteren wird in Erinnerung gerufen, dass auch Ziegen an unbehaarten Stellen einen Sonnenbrand bekommen können. Interessant ist dabei der Hinweis, dass gewisse Futterpflanzen die Empfindlichkeit vor Sonnenlicht noch verstärken. So führt zum Beispiel der Verzehr von Johanniskraut in Kombination mit starker Sonneneinstrahlung zu einer dem Sonnenbrand ähnlichen Hautirritation. (13.7.09/Quelle mit zahlreichen weiteren Ausführungen: Schafzucht 13/09)
Hoffnung für die Kupferhalsziege
ProSpecieRara veröffentlichte diese Woche positive Neuigkeiten zur stark gefährdeten Kupferhalsziege. Im Rahmen eines Erhaltungszuchtprojekts konnte der Gesamtbestand von anfänglich 15 bekannten Tieren bis heute wieder auf 60 Tiere angehoben werden. Das Institut für Genetik des Tierspitals Bern ist zudem daran, das Gen zu identifizieren, welches für die attraktive Kupferfärbung der Tiere verantwortlich ist. Nebst der einzigartigen Genetik der Tiere sei aber auch der kulturelle Wert der alten Rasse von Bedeutung. Dass die Kupferhalsziege Tradition habe, zeige unter anderem ihre Umschreibung in einem landwirtschaftlichen Werk von 1890 (25.7.2009/Quelle: www.prospecierara.ch).
Fahren Ziegenfreunde Mitsubishi?
In Neuseeland erhalten Käufer des Pick-ups Mitsubishi Triton bis Ende Juli gratis eine Ziege geschenkt. Mit dieser Kampagne sollen vor allem Landwirte angesprochen werden. Ziegen würden - wie der Triton - die Effizienz des Farmbetriebs steigern. Erwähnt werden vor allem die Fähigkeiten zur giftfreien und kostengünstige Unkrautbekämpfung, aber auch zahlreiche weitere Vorteile wie die Milch- und Fleischproduktion. Wer trotzdem keine Ziege brauchen kann, dem wird ein „No goat package“ angeboten, das verschiedene Vergünstigungen (Garantieverlängerung, etc.) beinhaltet.
Ebenfalls in diesen Tagen durch den Blätter- und Internetwald gondelte die Nachricht, dass in US-Bundesstaat Maryland vierzig Ziegen zum Schutz einer gefährdeten Schildkrötenart eingesetzt werden. Damit die Schildkröten nicht den Messern der Mähmaschinen zum Opfer fallen, sollen künftig die Ziegen eines nahen Bauernbetriebs den Bewuchs niedrig halten. Diese Nachrichten aus aller Welt zeigen einmal mehr: Ziegen sind als Landschaftspfleger im Trend! (3.6.2009/Quellen: www.cnn.com; www.mitsubishi-motors.co.nz, http://newsticker.welt.de)
Vorsicht vor dem Jakobskreuzkraut!
Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen weist auf die Gefahren der zunehmenden Verbreitung des Jakobskreuzkrauts hin. Der Verzehr von Jakobskreuzkraut kann für weidende Tiere tödlich enden. Auch nach Heu- und Silagebereitung werden die Giftstoffe nicht abgebaut. Ziegen reagieren weniger empfindlich wie Pferde oder Rinder. So bedarf es für eine tödliche Dosis grösserer Mengen (1,25 - 4 kg FG/kg Körpergewicht). Bereits die Aufnahme geringerer Menge führt jedoch zu Leistungseinbussen und Gesundheitsschäden. Als wichtigste Bekämpfungsmaßnahme gilt es die Samenbildung der Pflanze zu verhindern, indem die betroffenen Flächen spätestens bei Blühbeginn gemäht werden. (8.5.2009, Quelle mit Bildern: http://www.landwirtschaftskammer.de)
200 Ziegen im Einsatz für Google
Google setzt auf Ziegen in der Landschaftspflege. Neben Maschinen kommen auf dem Campus im kalifornischen Mountain View auch 200 Ziegen zum Einsatz. Die Vorteile der Ziegenbeweidung gemäss Google: Sie arbeiteten ohne Lärm und Luftverschmutzung, sie düngten gleichzeitig den Rasen und seien zudem wesentlich netter anzusehen wie Mähmaschinen. Die Ziegen wurden bei der Firma California Grazing gemietet, die gemäss eigenen Angaben bei ihren Kunden mit rund 800 Ziegen im Einsatz ist. In Kalifornien werden Ziegen verbreitet zur Bekämpfung von Verbuschungen eingesetzt. Sie sollen feuergefährdetes trockenes Gestrüpp abgrasen und so Bränden nach jahrelanger Trockenheit vorbeugen. (3.5.2009, Quelle: http://googleblog.blogspot.com)
Ziegenställe intelligent einrichten
Im Laufstall besteht die Gefahr, dass sich die Ziegen aus Futterneid und bei Rangkämpfen ins Gehege kommen. Eine neue Studie der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART zeigt, dass der Friede im Stall stark von der Inneneinrichtung abhängt. Sobald mit einem Sichtschutz während des Fressens der Blick auf die Seite versperrt wurde, war es auch für dominante Ziegen nicht von Belang, dass ihre rangtieferen Artgenossinnen nur 25 Zentimeter nebenan vom selben Heu frassen. Auch Höhenunterschied zwischen den Ziegen verminderten die Aggressionen deutlich. Sichtschutzwände, Podeste und Liegenischen schaffen generell mehr Ausweichmöglichkeiten und erhöhen den Stallfrieden. (29.4.2009, Quelle: www.news.admin.ch).
Verwaltungsgericht will keine Ziegen im Wohngebiet
Eine Tierhalterin im Landkreis Lüchow-Dannenberg hielt in einer Wohngegend zwei kleine Ponys, drei Ziegen und vier Gänse. Obwohl die Tier schon mehrere Jahre auf dem Grundstück lebten, verbot ihr der Landkreis deren Haltung. Das von der Tierhalterin angerufene Verwaltungsgericht Lüneburg hielt nun in seinem Entscheid vom 21. April 2009 fest, dass in einem reinen Wohngebiet nur eine Kleintierhaltung im üblichen Rahmen zulässig sei. Die von der Grundstückseigentümerin betriebene Tierhaltung überschreite das Mass des Üblichen. Ziegen würden einen spezifischen Geruch aufweisen, der „nicht jedermanns Sache“ sei. Sie verursachten beim Auslauf zudem Mist, der Fliegen anziehe. Das Verbot sei im Weiteren auch möglich, wenn die Tiere bereits längere Zeit auf dem Grundstück gehalten wurden. Blosser Zeitablauf schaffe keine rechtmäßigen Zustände (Quelle: www.marktplatz-recht.de). Was lernen wir daraus? Erstens ist nicht jeder Richter ein Ziegenfreund und zweitens sollte die Ziegenhaltung nie ohne Bewilligung begonnen werden (26.4.2009).
Landschaftspflege: der Schaf-Ziege-Rind-Vergleich
Übrigens: Ziegen reagieren aufgrund ihres lanolinfreien Haarkleides empfindlicher auf Nässe wie etwa Schafe oder Rinder.
Im Forum Kleinwiederkäuer findet sich ein lesenswerter Artikel über effizientes Weidemanagement. Der Autor, Marco Meisser, weist darauf hin, dass das Fressverhalten der Tiere die Weide stark beeinflusst. Hier einige Aussagen dazu: Im Gegensatz zu Rindern fressen Ziegen tiefer. Gegenüber Schafen sind Ziegen weniger selektiv. Ziegen bevorzugen zwar Blätter von Sträuchern, nehmen aber auch krautigen Pflanzen auf ihren Speiseplan. Sie bevorzugen zudem Kräuter gegenüber Gräsern und Klee. Indem sie aber weniger wählerisch sind wie Schafe, besteht auch weniger die Gefahr der Verarmung der Artenvielfalt. Als ideal für Ziegen werden halboffene Weiden mit einem grossen Anteil an Gehölzen angesehen. Empfohlen wird auch eine Mischweide mit Rindern und Schafen oder Ziegen. Weiden mit Schafen und Ziegen sollten hingegen vermieden werden, da sie für die gleichen Parasiten anfällig sind. (21.4.2009, Quelle: forum 4/2009).
Weniger Seuchenfälle trotz höherem Ziegenbestand
Wer sich informieren will, ob in seiner Region eine Tierseuchengefahr besteht, kann jederzeit das „Informationssystem Seuchenmeldungen“ des Bundesamts für Veterinärwesen einsehen. Auffallend ist, dass die zahlenmässige Reihenfolge der gemeldeten Ziegen-Seuchen in den letzten zwanzig Jahren nahezu konstant blieb. Hier die aktuellen Zahlen seit 2007: Caprine Arthritis-Encephalitis (116), Chlamydienabort (36), Pseudotuberkulose (12), Coxiellose (11), Paratuberkulose (6), Listeriose (6), Blauzungenkrankeit (2), Kryptosporidiose (2), Toxoplasmose (1). Obwohl der Ziegenbestand in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen ist, hat die Zahl der pro Jahr gemeldeten Seuchenfälle abgenommen (1999: 228; 2003: 108; 2008: 98). Die konsequente Seuchenbekämpfung der Behörden zeigt offenbar Wirkung! (18.4.2009)
Vorbeugung gegen Eutererkrankungen
In der aktuellen Ausgabe der Schafzucht, dem Magazin für Schaf- und Ziegenhalter, findet sich ein aufschlussreicher Artikel über die verbreiteten Problematik der Eutererkrankungen bei Ziegen. Nicht überall sind klinische Symptome einer Erkrankung feststellbar. Euterentzündungen, die ohne sichtbare Symptome ablaufen, können jedoch anhand erhöhter Zellzahlen in der Milch festgestellt werden. Die Entzündungen werden durch Bakterien verursacht. In der allermeisten Fällen handelt es sich um Staphylokokken.
Als präventive Massnahmen empfohlen werden u.a. eine konsequente Melkhygiene (saubere Hände, Zitzen und Melkzeug), eine regelmässige Erneuerung der Zitzengummis, das Vermeiden des Lufteintritts beim Melken (beim Anlegen und Abnehmen des Melkzeugs), das Unterlassen von Nach- und Blindmelken, die regelmässige Wartung und Kontrolle der Melkanlage und die Zitzendesinfektion nach dem Melkvorgang (13.4.2009, Quelle: Schafzucht 7/09)
Ziegenbestände amtlich anerkannt CAE-frei
Am 1. März 2009 sind in der Schweiz die neuen Verordnungsbestimmungen zur CAE-Bekämpfung wirksam geworden. Da die Infektionsrate mittlerweile konstant unter 1% liegt, gelten neu sämtliche Ziegenbestände "als amtlich anerkannt CAE-frei". Erst im Verdachts- oder Seuchenfall wird einem Betrieb dieser Status entzogen.
Diese Neubeurteilung hat auch Auswirkungen auf die Überwachungsmassnahmen: Die bisher im Abstand von zwei Jahren durchgeführten Untersuchungen sämtlicher Ziegenbetriebe entfällt. Das Los entscheidet vielmehr künftig darüber, welche Betriebe im Rahmen eines periodischen Prüfungsprogramms untersucht werden. Einzig die Zuchtböcke unterliegen weiterhin einer strengen Überwachung. Sie müssen sich jährlich einer Blutuntersuchung auf CAE unterziehen lassen. Die Halter sind verpflichtet, ihre Zuchtböcke dem kantonalen Veterinäramt zu melden (10.4.2009, Quelle: www.bvet.admin.ch).
Keine elektronische Kennzeichnung in der Schweiz
In der Schweiz ist die Einführung einer elektronischen Kennzeichnungspflicht für Schafe und Ziegen zur Zeit nicht geplant. Auch in der EU können Mitgliedstaaten mit insgesamt weniger als 600 000 Schafen und Ziegen auf die elektronische Kennzeichnung für Tiere verzichten, die nicht in den innergemeinschaftlichen Handel kommen (Verordnung (EG) Nr. 21/2004). Die Schweiz liegt mit rund 500'000 Tieren unter diesem Schwellenwert. Nach Auskunft des Bundesamts für Veterinärwesen wird jedoch die Entwicklung in der EU aufmerksam verfolgt. Denn im Rahmen der bilateralen Abkommen hat sich die Schweiz verpflichtet, die Vorschriften im Tierseuchenbereich dem EU-Recht so anzugleichen, dass die Rechtsvorschriften im Wesentlichen übereinstimmen und zu den selben Ergebnissen führen. Die elektronische Kennzeichnungspflicht ist somit noch nicht völlig vom Tisch (6.4.2009).
EU hält an elektronischer Kennzeichnung fest
Die Europäische Kommission lehnt einen Aufschub für die elektronische Kennzeichnung von Schafen und Ziegen ab. Ebenso konnte sich der Antrag Ungarns auf eine Umwandlung in eine freiwillige Massnahme nicht durchsetzen. Von Seiten der Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou wurde festgehalten, dass die elektronische Ohrmarkenpflicht ein Schlüsselelement zur Nachverfolgung einzelner Tiere sei. Am Beschluss der Mitgliedstaaten, die elektronische Kennzeichnung für alle nach dem 31. Dezember 2009 geborenen Tiere einzuführen, soll deshalb festgehalten werden. Hingegen könne die Verordnung auf technischer Ebene flexibler gestaltet werden. (5.4.2009, Quelle: www.agrarheute.com).
Saanenziege bleibt die "Milchkönigin"
Der Schweizerische Ziegenzuchtverband publiziert in seinem Jahresbericht die Resultate der Milchleistungsprüfungen 2008. Bei den Saanenziegen wurden mit 838.5 kg die höchste Milchleistung erzielt, gefolgt von den Toggenburger Ziegen (777 kg) und den Gemsfarbigen Gebirgsziegen (765 kg). Es folgen die Appenzeller Ziegen (722 kg), die Bündner Strahlenziegen (629.8 kg), die Walliser Schwarzhalsziegen (618.5 kg), die Pfauenziegen (537.9 kg), die Anglo Nubierziegen (482.8 kg) und die Nera Verzasca Ziegen (462.7 kg). Alle angegebenen Werte stammen von Tieren in der Altersklassen 3 (über 30 Monate) (1.4.2009, Quelle: www.szzv.ch).
Erste Erfahrungen mit der Zwergziegen-Bewertung
In der Zeitschrift Tierwelt Nr. 13/2009 schildert Peter Schoepfer die ersten Erfahrungen bei der Bewertung von Zwergziegen. Unter anderem erläutert er die drei Bewertungskriterien Typ, Form und Bemuskelung. Beim "Typ" wird auf die Grösse (Schulterhöhe), den Körperrahmen und die Rückenlinie (nicht überbaut oder abfallend) geachtet. Bei der "Form" wird vor allem das Gebiss (kein Über- oder Unterbiss), die Beinstellung (keine X- oder O-Beine) und den korrekten Gang beurteilt. Als Mängel gelten zudem weiche Fesseln und nach vorne oder gegen den Körper wachsende Hörner. Da Zwergziegen als Fleischziegen gelten, wir auf die Bemuskelung Wert gelegt. Hingegen ist es - im Gegensatz zu den Milchziegen - nicht von Belang, wenn mehr als zwei Zitzen vorhanden sind. Das Punktemaximum erhielten 7% aller bewerteten Ziegen.
Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, dass die IG Zwergziegen über eine neue Webseite unter www.kleintiere-schweiz.ch verfügt.
Gemsfarbige Gebirgsziege weiterhin Spitzenreiterin
Dem Jahresbericht 2008 des Schweizerischen Ziegenzuchtverbands lässt sich entnehmen, dass die Gemsfarbige Gebirgsziege mit 8'200 Tieren den grössten Bestand im Herdebuch aufweist, gefolgt von der Saanenziege (7'974 Tiere) und - mit einigem Abstand - der Toggenburgerziege (3'274 Tiere). Die drei Rassen machen damit deutlich über die Hälfte aller 28'481 Herdebuch-Tiere aus. Insgesamt hat der Herdebuchbestand gegenüber dem Vorjahr um beachtliche 1'581 Tiere zugenommen. Den deutlichsten Anstieg verzeichneten die Gemsfarbigen Gebirgsziegen (+462) und die Saanenziegen (+236). Die Zahl der Burenziegen ist insgesamt um 22.7% angestiegen. Damit haben sie erstmals die 1000er Grenze im Herdebuch überschritten (1021). Bei allen Rassen ist erfreulicherweise die Zahl der Böcke überdurchschnittlich angestiegen (Quelle: www.szzv.ch).
Impfung gegen Blauenzungenkrankheit im 2009
Die Impfung von Ziegen erfolgt im 2009 in den meisten Kantonen der Schweiz nur noch auf freiwilliger Basis. Ziegen werden zwar auch mit dem Blauzungen-Virus infiziert. Im Gegensatz zu Rindern und Schafen zeigen sie gemäss Bundesamt für Veterinärwesen aber äusserst selten klinische Symptome. Das BVET weist auch darauf hin, dass jeder Ziegenhalter die Möglichkeit hat, seine Tiere freiwillig gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Dies erfolge im gleichen zeitlichen und organisatorischen Rahmen wie die Impfung für Rinder und Schafe (Februar - Mai 2009). Der SZZV empfiehlt im Forum 1 / 2 2009 den Züchtern, dies zu tun. Für Tiere, die bereits 2008 geimpft wurden, reicht eine einmalige Injektion im Jahr 2009.
Einzelne Kantone wie z.B. der Kanton Graubünden, sehen auch für Ziegen ein Impfobligatorium vor (Quelle: www.schweizerbauer.ch)
Nichts ist sicher vor Ziegen!
Eine Ziege im Landkreis Rosenheim hat gemäss Medienberichten 10.000 Euro aufgefressen. Nur dank einer raschen Intervention des Tierarztes kam das Geld wieder zum Vorschein.
Ihr Besitzer, ein 34jähriger Landwirt, hatte das Geld auf dem Gartentisch liegen lassen. Das Geld war für den Kauf einer Landmaschine gedacht. Während er kurz telefonierte, nutzte die Ziege den unbewachten Moment.
Der Landwirt hat am Ende das Geld zwar wieder bekommen. Einen Teil des Geldes musste er aber gleich wieder für die Tierarztrechnung hinlegen.
Diese drollige Geschichte stammt aus dem Jahr 2007 und ist damit nicht mehr ganz taufrisch. Sie zeigt aber eindrücklich, dass nichts vor neugierigen Ziegen sicher ist. In ihrem Umfeld sollten keine Gegenstände zu finden sein, die sie aus Langeweile oder Tollerei verschlingen könnten. Insbesondere lose Plastikteile werden gerne auseinandergenommen und heruntergeschluckt, teilweise mit schweren gesundheitlichen Folgen (Quelle: www.matin.qc.ca).




