Ziegen aktuell





Benefiz-Versteigerung zugunsten der Capra Grigia

Im Rahmen des Benefiz-Kunstprojekts «Pro Speciale Rarissima» engagieren sich 25 Kunstschaffende aus der ganzen Schweiz für die gefährdete Capra Grigia. Mit Pinsel, Gitarre oder Hammer machen sie auf die bedrohte Bergziege und die Dringlichkeit ihrer Rettung aufmerksam. Gleichzeitig helfen sie, Geld für das Erhaltungsprojekt der ProSpecieRara zu sammeln. Denn die Kunstwerke werden am 29. Oktober 2010 in Zürich versteigert. Wem es nicht möglich ist, an diesem Anlass teilzunehmen, der kann an der schriftlichen Vorauktion mitbieten. Sie dauert vom 4. bis zum 27. Oktober 2010. Die Galerie der attraktiven Werke ist unter www.prospecierara.ch zu finden (28.8.2010).

 



Revolution im Melkstand

Als „Revolution“ werden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Schafzucht“ die Erkenntnisse der französischen Ziegenforschungsstation „Le Pradel“ bezeichnet. Seit 2007 wird dort die gesamte Herde mit 120 Tieren nur noch einmal pro Tag gemolken (sog. „Monotraite“). Dabei kommt es zu erstaunlich geringen Ertragseinbussen von durchschnittlich 15-20% täglich. Berücksichtigt man die Arbeitszeitersparnis kann das einmalige Melken durchaus wirtschaftlich sein. Voraussetzung für die Umstellung zum einmaligen Melken sind ein guter Allgemeinzustand der Ziegen und eine hervorragende Eutergesundheit. Zudem gilt es zu beachten, dass die Milcheinbussen zwischen den einzelnen Ziegen mit 5-40 % stark variieren können (14.8.2010, Quelle: Schafzucht).




Schatten tut Not!

Hochsommerliche Temperaturen prägen unsere Tage. In dieser Zeit brauchen die Ziegen genügend Schattenplätze. Eine andauernde Sonneneinstrahlung ohne Schutz beeinträchtigt ihre Gesundheit, von Sonnenbrand/-allergie bis hin zu Hitze-Kollaps oder Tumorerkrankung. Untersuchungen zeigen, dass es dabei keine wesentliche Rolle spielt, ob die Tiere lang- oder kurzhaarig bzw. hell oder dunkel sind. Zu viel Sonne ist für keine Ziege gut. Ziegen suchen deshalb in diesen Tagen konsequent den Schatten und passen ihre Bewegung den Temperaturen an. Stundenlanges Dösen ist angesagt. Es sei ihnen gegönnt! (21.7.2010)

 



Ziegenmilch-Leistungsrekord in Frankreich

Die französischen Ziegenzüchter vermelden einen neuen Milchleistungsrekord in der Periode 2008/2009. Die rund 250'000 Milchleistungskontrollen ergaben einen durchschnittlichen Ertrag von 818 kg pro Ziege. Das Spitzenresultat vom 834 kg pro Laktation wiesen die Saanenziegen auf, gefolgt von den Alpine Ziegen mit 812 kg und - mit grossem Abstand - den Poitevine Ziegen mit 516 kg (11.7.2010, Quelle: www.la-chevre.fr).






Ziegen verscheuchen Einbrecher

Wer die Wachsamkeit von Ziegen schon selber beobachtet hat, wird über die Meldung der Krone Zeitung nicht erstaunt sein: Im 19. Bezirk von Wien haben „Liesi“ und „Gundi“ mit ihrem Gemecker nächtliche Einbrecher in die Flucht geschlagen. Seither sind die beiden Ziegen die neuen Lieblinge im Bezirk (11.7.2010, Quelle: www.krone.at).






Verzicht auf erste Ziegenfabrik in Deutschland

Im niedersächsischen Holzminden hat sich der Kreistag am vergangenen Montag gegen die Errichtung einer Grossanlage für Ziegen auf der Domäne Heidbrink entschieden. Dazu wäre die Aufhebung eines Landschaftsschutzgebietes erforderlich gewesen. Diese wurde nun abgelehnt. Tierschutz- und Umweltschutzverbände wie auch Anwohnerschaft hatten sich im Vorfeld vehement gegen die Massenziegenhaltung gewehrt. Der Käsehersteller Petri plante, in drei Großställen insgesamt über 7’500 Milchziegen zu halten. Zusätzlich wären nach Schätzungen des Deutschen Tierschutzbundes jährlich mindestens 7’500 Lämmer hinzugekommen (1.7.2010, Quelle: www.ndr1niedersachsen.de).






Fragwürdige Zirkusnummern mit Ziegen

Der Schweizer Tierschutz (STS) greift in seinem diesjährigen Zirkusbericht den "Circus Royal" massiv an. Die Vorführung mit fünf Schwarzhalsziegen und zwei weissen Ziegen wird dabei als Tiefpunkt aller Tiernummern bezeichnet. So musste eine Langhaarziege durch einen Feuerring springen (vgl. Bild Thurgauerzeitung). Feuer ängstige die Tiere, schreibt der STS. Die Ziege sei mit dem Sprung durch den Ring sichtlich überfordert gewesen und musste per Stockhieb angetrieben werden. Die bei einer weiteren Nummer eingesetzten 7cm-Balance-Teller seien für Ziegen ebenfalls nicht geeignet und hätten die Tiere vor eine nahezu unlösbare Aufgabe gestellt. Zudem seien die Kommandos undeutlich ausgefallen (7.6.2010, Quelle: STS-Zirkusbericht 2010).






Sachkundenachweis nur mit Praktikum

Eine Nachfrage beim Bundesamt für Veterinärwesen ergab, dass noch kein anerkannter Sachkundenachweis-Kurs für Ziegenhalter angeboten wird. Um eine Anerkennung zu erhalten, müssten potentielle Kursanbieter ein Ausbildungskonzept erstellen und beim Bundesamt einreichen. Solche Konzepte wurden bisher - wohl auch mit Blick auf die lange Übergangsfrist des Tierschutzgesetzes - noch nicht vorgelegt.
Der Nachweis kann aber bereits heute mit der Absolvierung eines Praktikums erbracht werden. Angaben zu den entsprechenden Voraussetzungen finden sich neu unter der Rubrik "Ziegen-Praktikum" (27.5.2010).






Herdebuch der Burenziegen wird geschlossen

Der Vorstand des Schweizerischen Ziegenzüchterverbandes hat am 29. März 2010 auf Antrag von Swissboer beschlossen, auch für die Burenziegen ab 1. September 2010 ein geschlossenes Herdebuch zu führen. Ab diesem Datum wird es bei dieser ursprünglich aus dem südlichen Afrika stammenden Fleischrasse nicht mehr möglich sein, Ziegen ohne ausgewiesene Abstammung ins Herdebuch aufzunehmen. Eine Ausnahmeregelung besteht nur noch bei Neueintritten in eine Genossenschaft durch neue Züchter (17.05.2010, Quelle: www.szzv.ch).






Plädoyer für Entwurmen mit Köpfchen

Dr. Karl-Heinz Kaulfuss plädiert in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Schafzucht" für einen verantwortungsvollen Umgang mit Entwurmungsmitteln. Seine Ausführungen gelten zwar den Schafen, haben aber in den wesentlichen Teilen auch für Ziegen ihre Gültigkeit. Ziege wie Schafe sollten so oft wie nötig, aber so selten wie möglich entwurmt werden. Zur Vermeidung von Resistenzen werden u.a. folgende Empfehlungen abgegeben: Die Entwurmung sollte nicht ohne vorherige Diagnose erfolgen. Zu hohe Frequenzen bei der Entwurmung sind zu vermeiden, ebenso wie Unter- oder Überdosierungen des Wurmmittels. Erforderlich ist eine steter Wechsel der Wirkstoffgruppen und eine Kontrolle des Entwurmungserfolges. Auf einen Weidewechsel unmittelbar nach einer Entwurmung sollte verzichtet werden, da sonst die Gefahr besteht, dass die saubere Weide von resistenten Würmern kontaminiert wird. Schliesslich fördern auch Standweiden und geringe Weideflächen eine verstärkte "Verwurmung" der Tiere (16.5.2010, Quelle: Schafzucht).






"Blauzungen-Mücken" im Anflug

Das Bundesamt für Veterinärwesen weist darauf hin, dass mit dem warmen Wetter auch jene Mücken wieder aktiv werden, welche die Blauzungenkrankheit übertragen können. Schutz bietet eine Impfung, die bei Ziegen allerdings nicht obligatorisch ist. Wer seine Tiere freiwillig impfen lassen will, muss dies dem zuständigen Veterinäramt melden. Die Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte sind für die Durchführung der Impfungen verantwortlich. Der Bund bezahlt den Impfstoff. Die Tierarztkosten werden von Kanton und Tierhalter gemeinsam getragen, wobei die Verteilung von Kanton zu Kanton unterschiedlich ausfällt. In Deutschland und Österreich ist die Blauzungenimpfung in diesem Jahr generell freiwillig (4.5.2010, Quelle: www.bvet.ch).






Schnelle Post mit Ziegen

Im Jahr der Biodiversität können in der Schweiz die B-Post-Briefe mit Pfauenziegen-Marken versandt werden (vgl. unsere frühere Meldung). Dank Heidi lässt sich ab dem 6. Mai nun auch die schnellere A-Post mit Ziegen schmücken. Denn die diesjährige Europamarke ist der von Johanna Spyri ins Leben gerufenen Kinderfigur gewidmet. Und auf ein richtiges Heidi-Bild gehören natürlich auch Ziegen! Weitere Szenen hat Karin Widmer, die Gestalterin der aktuellen Europamarke, auf vier Postkarten festgehalten (2.5.2010, Quelle: www.post.ch).

 





Mehr Geissen im Herdebuch

29'244 Tiere waren Ende 2009 im Herdebuch des Schweizerischen Ziegenzuchtverbands eingetragen. Dies entspricht einer beachtlichen Zunahme von 763 Tieren gegenüber dem Vorjahr. Die prozentual grösste Zunahme verzeichneten die Burenziegen (+19%!). Die nominal grösste Steigerung war bei den Toggenburgerziegen (+235 Tiere) festzustellen. Während die Geissenzahl weiterhin wächst, sind bedauerlicherweise die Bockbestände bei vielen Rassen rückläufig. Besonders stark betroffen waren die Nera Verzasca Ziegenböcke (-28.6%!) und die Saanenböcke (-19.2%). Den grössten Herdebuchbestand weisen weiterhin die Gemsfarbigen Gebirgsziegen auf (8'361 Tiere), vor den Saanen- und Toggenburgerziegen. Bei der Milchleistungsprüfung stehen die Saanenziegen an der Spitze (824.8 kg in der Alterkategorie 3), vor den Gemsfarbigen Gebirgsziegen und den Toggenburgerziegen (25.4.2010, Quelle: Jahresbericht SZZV im forum 4/10).






Broschüre gegen "Zickenkrieg"

In einem Ziegenleben bestimmt die Rangordnung, wer Vortritt hat. Es braucht deshalb eine überlegten Stallgestaltung, damit alle Tiere genügend Raum und Zugang zu Futter, Wasser und Liegeplätzen haben. Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon hat im letzten Jahr eine kleine, aber feine Broschüre herausgegeben, die Anregungen für ein friedliches Zusammenleben kleinerer Herden gibt (24.4.2010, Quelle: Agricope).

 





Baden wie Kleopatra

Die Zeitschrift Schafzucht 7/2010 erläutert in einem aufschlussreichen Artikel die Erfahrungen mit der Herstellung von Ziegenmilchseifen als interessantes Nischenprodukt in Frankreich. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass sich schon die alten Ägypter zur Entspannung und Pflege ein Ziegenmilchbad gegönnt haben. Das Rezept ist einfach: 1 Liter Ziegenvollmilch bis maximal 40°C erwärmen. Danach 2-3 Esslöffel Honig in der warmen Milch auflösen. Die so entstandene Honigmilch wird in ein Vollbad mit einer Temperatur von max. 38°C gegeben. Nach Wunsch kann das Badewasser noch mit etwas Aromaöl und Meersalz angereichert werden. Fertig ist das Kleopatra-Bad! Der Badespass soll nicht länger als 20 Minuten dauern und mit einer lauwarmen Dusche abgeschlossen werden (6.4.2010, Quelle: Schafzucht – Das Magazin für Schaf- und Ziegenhalter).






Geissenshow mit Rekordbeteiligung

Am 27. März sorgte die 5. Nationale Geissenshow in der Markthalle Wattwil für Aufsehen. Die Organisatoren verzeichneten in diesem Jahr mit rund 650 gemeldeten Ziegen von 150 Züchtern eine Rekordbeteiligung. An der mittlerweile grössten Ziegenausstellung der Schweiz waren sämtliche 11 anerkannten Rassen mit Spitzentieren vertreten. Ein kulinarischer Markt mit Ziegenprodukten und die Krönung der dritten Schweizer Geisskönigin rundeten den perfekt organisierten Anlass ab. Auch der grosse Besucherandrang beeindruckte. Die mehreren tausend Besuchern liessen die Gänge eng und die Luft in der Halle immer dünner werden. Unser Fazit: Absolut besuchenswert, aber auch kleinere Ausstellungen haben ihren Reiz und ihre Vorzüge (vgl. Agenda). Bilder und Berichte zur Geissenshow finden Sie demnächst unter www.ziegenfreunde.ch (28.3.2010)

 





Neue Publikation zur Kleinwiederkäuer-Gesundheit

Mit berechtigtem Stolz hat der Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK) am 20. März sein neues Buch "Krankheiten von Schafen, Ziegen und Hirschen" vorgestellt. Die jahrelange Erfahrung des BGK aus Praxis und Beratungstätigkeit findet ihren deutlichen Niederschlag in sehr informativen Ausführungen. Auf 316 Seiten werden die einzelnen Krankheiten, illustriert mit vielen Farbfotos, detailliert beschrieben. Die Darstellungen sind übersichtlich aufgeteilt, in Vorkommen, Ursache, Ansteckung, Diagnose und Behandlung.
Der BGK will mit seinem neuen Buch die Tierhalter unterstützt, Krankheiten ihrer Tiere frühzeitig zu erkennen oder mit vorbeugenden Massnahmen zu vermeiden. Dieses Ziel wird sicherlich erreicht. Die gelungene Publikation kostet CHF 92 (CHF 75 für BGK-Mitglieder) und kann direkt bei der Verlagsgenossenschaft Caprovis bezogen werden (1.4.2010).

 





Neuer Ratgeber für Einsteiger

Die steigende Popularität der Ziegenhaltung zeigt sich auch an der zunehmenden Zahl an Ziegen-Fachbüchern. Im Januar 2010 ist das Buch "Ziegen - Treue Freunde mit Köpfchen" erschienen. Auf 80 Seiten bietet die Autorin Ann-Marie Hagenkötter reich bebilderte Informationen zum Start in die private Ziegenhaltung. Auf eine Auseinandersetzung mit der Ziege als Nutztier (ihre Produkte und deren Verwertung) wird hingegen bewusst verzichtet. Insgesamt handelt es sich um eine anregende Lektüre für Einsteiger, die ihre Ziegen als reine Haustiere halten wollen. Der Preis fällt mit CHF 19.90/EUR 10,95 sehr moderat aus. Angaben des Verlags zum Buchinhalt finden sich unter www.cadmos.de (10.3.2010).

 





Immer mehr Ziegen in Österreich

Die Ziegenzucht wird in Österreich immer populärer. So ergab die Viehzählung zum Stichtag 01.12.2009 laut Statistik Austria einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 5698 Tiere bzw. 9.1. Prozent. Insgesamt leben damit 68'188 Ziegen in Österreich (Oberösterreich 18'995, Niederösterreich 14'830, Tirol 12'773, Steiermark 7'892, Salzburg 4'708, Kärnten 4'385, Vorarlberg 3'472, Burgenland 1'031 und Wien 102).
Und noch zwei interessante statistische Fakten: Die Ziegenzahl hat sich in den letzten 25 Jahren mehr als verdoppelt (1985: 32'595). Vor sechzig Jahren gab es hingegen fast fünf Mal so viele Ziegen (1950: 322'816) (26.2.2010, Quelle: Statistik Austria).






Sonderbriefmarke zur Ziege

Die Post gibt zum internationalen Jahr der Biodiversität eine Sondermarke heraus. Darauf abgebildet ist die Pfauenziege. Begründet wird die Auswahl damit, dass die Ziege ein Nutztier sei, das zur biologischen Vielfalt beiträgt: "Ziegen sind sehr wählerisch, sie bevorzugen frische, zarte Kräuter, meiden Altgras und zeigen zudem eine grosse Vorliebe für unerwünschte Arten wie Blacken und Germer. Im Gegensatz zu Schafen fressen sie die Pflanzen weniger tief ab. Sie schonen so die Blumen und damit die farbige Alpenflora. Dadurch leisten sie eine natürliche Landschafts- und Weidepflege. Ziegen lieben aber auch Blätter von Bäumen und Büschen, schälen die Rinde von den Sträuchern und fressen nachwachsende Stauden ab. Damit sind sie Spezialisten im Zurückerobern und somit im Aufwerten von verbuschten Flächen. Mit ihrem Weideverhalten verbessern diese herdentreuen und an harsche Umweltbedingungen gewöhnten Tiere die Vielfalt der vom Zuwachsen bedrohten Flächen im Alpenraum“. Ausgabedatum der schönen Sondermarke ist der 4. März 2010. (6.2.2010, Quelle: Die Lupe, Briefmarkenmagazin 1/10)

 





Ziege mit CAE verkauft - Landwirt verurteilt

Das Landesgericht Innsbruck verurteilte einen Landwirt, der CAE-infizierte Ziegen verkauft hatte. Der Stubaier Landwirt soll einen Teil seiner kranken Tiere auf die Alp getrieben, und einen Teil weiterverkauft haben, obwohl er von der Infektion gewusst hat. Er machte sich damit des Vergehens der Gefährung der Tier- und Pflanzenwelt schuldig und wurde zu einem Strafgeld von 750 Euro auf Bewährung verurteilt.
Auch gemäss eidgenössischer Seuchengesetzgebung gilt, dass sich strafbar macht, wer den Ausbruch einer Seuche oder verdächtige Erscheinungen, die den Ausbruch einer solchen befürchten lässt, nicht meldet oder gar verseuchte und seuchenverdächtige Tiere in den Verkehr bringt. Strafbar ist sowohl vorsätzliches wie fahrlässiges Handeln (29.1.2010, Quelle: www.orf.at).






Durchmelken ist gesund

Ferdinand Ringdorfer hat in einem aufschlussreichen Referat die Vor- und Nachteilen eines mehrjährigen Durchmelkens dargestellt. Breitere Erfahrungswerte gibt es für den Zeitraum von zwei Jahren. Aber auch ein mehrjähriges Durchmelken ist möglich, wobei hierfür nicht alle Ziegen gleichermassen geeignet sind. Der Verlauf der Laktationskurve entspricht beim Durchmelken einer Sinuslinie. Im Sommer werden die höchsten Milchmengen erreicht und im Winter die niedrigsten. Insgesamt ist die Milchmenge über die Jahre rückläufig. Auf Milchqualität und Verarbeitungseigenschaften hat ein mehrjähriges Durchmelken jedoch keine Auswirkungen. Der Verzicht auf ein alljährliches Ablammen ist der Tiergesundheit förderlich. Denn Trächtigkeit, Geburt und die ersten Laktationswochen stellen für die Ziegen eine große Belastung dar. Der hohe Nährstoffbedarf wird in dieser Zeit oftmals nicht genügend abgedeckt. Dann muss die Ziege ihre Körpferreserven anzapfen (16.1.2010, Quelle: LZV Raumberg-Gumpenstein).






Stiftung für Ziegen-Opfer?

Ernst oder Satire? Diese Frage stellt sich bei der Childhood Goat Trauma Foundation. Jedes Jahr würden in den USA über 6000 Personen von Ziegen traumatisiert. Die meisten Ziegen-Traumata würden bei Personen unter 8 sowie über 52 Jahren vorkommen. Um dies zu vermeiden, werden verschiedene „nützliche“ Tipps abgegeben. Hier nur eine Auswahl: Kehren Sie einer Ziege niemals den Rücken zu! Meiden Sie Streichelzoos! Tragen Sie erdfarbige Kleidung, damit sie von den Ziegen nicht entdeckt werden! Wissenschaftliche Studien hätten auch gezeigt, dass Ziegen Kleidungen aus künstlichen Fasern, denjenigen aus natürlichen Fasern vorziehen.
Um zur Eingangsfrage zurückzukehren: Trotz aufwändiger Webseite und viel Bizarrem im Land der unbegrenzten Möglichkeiten darf wohl davon ausgegangen werden, dass es sich bei der angeblichen Stiftung um einen Scherz handelt (10.1.2010, Quelle: www.goat-trauma.org).

 





Ziegenalpen suchen Personal

Immer wieder erreicht uns die Anfrage, wo der Umgang mit Ziegen in der Praxis erlernt werden kann. Eine Möglichkeit bildet ein Alpeinsatz. Zeit und Begeisterung für das Bergleben vorausgesetzt, kann er intensive Einblicke und Erfahrungen bieten. Auf zalp.ch, der Internetseite der Älplerinnen und Älpler, sind bereits die Angebote für das neue Jahr aufgeführt. Wer seine Traumstelle auf der Liste noch nicht findet, kann auch gratis ein Suchinserat aufgeben (3.1.2010, Quelle: www.zalp.ch).






115 Seuchenfälle im 2009

Im Jahr 2009 lagen die bisher gemeldeten Seuchenfälle bei Ziegen mit 115 Erkrankungen im Durchschnitt der letzten 10 Jahre (118 Fälle) und leicht höher gegenüber 2008 (97 Fälle). 80% bzw. 91 Fälle betrafen die Caprine Arthritis-Encephalitis, CAE (2008: 61). Danach folgenden die 11 Chlamydienaborte (2008: 15) und 6 Fälle der Coxiellose (2008: 6). (31.12.2009, Quelle: www.infosm.bvet.admin.ch)

 





Q-Fieber: Ursachen in Holland

Die Fallzahlen in Holland nehmen seit zwei Jahren ständig zu. Die Gefahr einer ähnlich starken Ausbreitung des Q-Fiebers gilt hierzulande als unwahrscheinlich. Die Ziegenzucht unterscheidet sich deutlich von der Intensivhaltung mit Hunderten von Tieren in niederländischen Betrieben. Die Ziegenproduktion stieg dort unglaublich stark an, von 10'000 Tieren in den 90er Jahren auf heute 360'000 Tiere. Abortwellen auf den Grossbetrieben führen zur Verbreitung der Bakterien. Über Mist und Gülle kann die Umwelt kontaminiert werden (22.12.2009, Quelle: BVET-Blog „Q-Fieber nimmt wegen wachsener Ziegenpopulation zu“).


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