Ziegen aktuell
Neuer Virus an der Grenze zur Schweiz angelangt
Das Schmallenberg-Virus breitet sich in Deutschland zusehends aus. Nach Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein ist er erstmals nun auch in Baden-Württemberg aufgetaucht. Der erste Fall betrifft eine Hobbyschaf- und Ziegenhaltung im Regierungsbezirk Stuttgart. Bei einem erkrankten Ziegenlamm wurden die für die Viruserkrankung typischen Missbildungen vorgefunden und durch eine Laboruntersuchung bestätigt. Wie die Badische Zeitung mit Berufung auf das Stuttgarter Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz berichtet, gab es bis zu dieser Woche bundesweit 136 Verdachtsfälle, wobei in 66 Fällen die Seuche festgestellt worden sei. Um eine Infektion der Tiere zu vermeiden, besteht derzeit nur die Möglichkeit der Stechmückenbekämpfung. Die Entwicklung eines Impfstoffs soll energisch vorangetrieben werden. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit stellt dazu alle seine Erkenntnisse Fachinstituten und Pharmafirmen zur Verfügung. Es wird aber noch einige Monate dauern, bis ein Impfstoff erwartet werden kann (27.1.2012, Quelle: www.badische-zeitung.de, www.mlr.baden-wuerttemberg.de).
Schmallenberg-Virus breitet sich aus
Aus den Niederlanden und Belgien kommend breitet sich der „Schmallenberg“-Virus nun auch in Deutschland immer weiter aus. Das "Schmallenberg"-Virus wurde bisher bei Rindern, Schafen und Ziegen nachgewiesen. Die Erkrankung der Tiere ist mit Fieber und Milchrückgang verbunden, teilweise zusammen mit Durchfällen und Aborten oder Fehlbildungen der Lämmer. Erwachsene Tiere würden durch die Krankheit geschwächt, sterben aber nicht daran. Neugeborene hätten hingegen keine Chance gegen das Virus.
Seinen vorläufigen Namen bekam das Virus durch die Entdeckung am Friedrich-Loeffler-Institut im November 2011. Dieses hat den Virus bei Proben aus einem Betrieb in Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) erstmals isolieren und dem sog. "Orthobunya"-Virus zuordnen können. Dieser Erreger, der durch kleine Stechmücken übertragen wird, fand sich bislang nur in Asien, Australien und Afrika.
Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten haben Anfang 2012 vereinbart, dass der Handel wegen des SBV-Geschehens nicht eingeschränkt werden sollte. Vielmehr müssten weitere Erkenntnisse über das Auftreten und die Verbreitung gewonnen werden. Menschen gelten nicht als gefährdet (19.1.2012, Quelle: u.a. www.bmelv.de).
Herdebuch geht online
Ein neues Herdebuchprogramm soll ab 2013 den administrativen Aufwand für die Ziegenzüchter reduzieren. Über dieses Vorhaben berichtet die Geschäftsführerin des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes, Ursula Herren, in einem Interview in der Januarausgabe der UFA-Revue. Die Züchter werden künftig einen direkten Internetzugang auf das Herdebuch erhalten. Der Aufwand zur Datenaufzeichnung verringert sich dadurch. Auswertungen, Abstammungs- und Leistungsausweise lassen sich zudem bequem ausdrucken. Geprüft wird derzeit noch, ob der Meldeweg über die Tierverkehrsdatenbank verlaufen soll. Die Programmierung des neuen Systems erfolgt im Laufe dieses Jahres. Die Inbetriebnahme ist für März 2013 vorgesehen.
Ursula Herren informiert im Weiteren darüber, dass der SZZV nach Möglichkeiten sucht, den Zeitbedarf für die Milchkontrolle zu verringern. Dazu stehe man mit verschiedenen Melktechnik-Anbietern in Kontakt, damit praxistaugliche Milchmessgeräte auf den Markt kommen (8.1.2012, Quelle: UFA Revue 1/2012).
Neue Weisung zur Kennzeichnung von Klauentieren
Das Bundesamt für Veterinärwesen hat die Technischen Weisungen über die Kennzeichnung von Klauentieren überarbeitet. Die neue Version ist seit dem 1. Januar 2012 in Kraft und unter www.bvet.admin.ch abrufbar. Die Bestimmungen, wonach Ziegen spätestens 30 Tage nach der Geburt gekennzeichnet werden müssen, bleiben unverändert. Weiterhin sind Zwergziegen, die als Heimtiere gehalten werden, unter gewissen Voraussetzungen von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen.
Neuigkeiten zur Kennzeichnungspflicht gab es Ende Jahr für die Schaf- und Ziegenhalter in den EU-Ländern. Sie müssen Tiere, die vor 2010 geboren wurden, erst ab 2015 auf Transporten einzeln überwachen. Diesen Aufschub hat der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit (SCoFCAH) auf Druck verschiedener Mitgliedländer gewährt. Für Ziegen, die nach dem 31. Dezember 2009 geboren wurden, gilt bereits heute die Pflicht zur Anbringung eines elektronischen Senders und zur Erfassung sämtlicher Transporte (7.1.2012, Quelle: www.proplanta.de)
Erfolgreiches Hörnerfest
Rund 150 Personen besuchten am 10. Dezember 2011 das erste Schweizer Hornfest in Rheinau (vgl. unsere Mitteilung vom 5.11.2011). Im Rahmen des abwechslungsreichen Programmes las u.a. Autor Martin Ott aus seinem neuen Buch „Kühe verstehen“ vor. Armin Capaul – zusammen mit Daniel Wismer Initiator der Horn-Direktzahlungs-Idee – trug eine moderne Hörnersage vor, die den Weg bis hin zum Hornfest skizzierte. Zudem wurde die Preisverteilung des Fotowettbewerbes (Siegerbilder unter www.valengiron.ch) vorgenommen. Den Fotowettbewerb in der Kategorie Ziegen gewann Annina Staub aus Arogno mit dem nebenstehenden Bild. (1.1.2012, Quelle: www.lid.ch).
Esparsette hilft gegen Parasitenbefall
Das Interreg-Projekt "Produktion und Nutzung von Pflanzen und Futter zur Förderung der Gesundheit und Haltung von Nutztieren" hat zum Ziel, den Anbau und die Nutzung von Esparsetten zu fördern, um die Bekämpfung von Magen-Darm-Parasiten bei Schafen und Ziegen zu verbesseren. Die synthetischen Entwurfmungsmittel verlieren aufgrund von Resistenzbildungen an Wirksamkeit. Die Forschungsarbeiten haben die Bedeutung von Pflanzen aufgezeigt, die wie die Esparsette über einen hohen Gehalt an kondensierten Gerbstoffen verfügen. Diese eignen sich zur Bekämpfung der Parasiten. Um den Züchtern praktische Lösungen anbieten zu können, haben Experten Anbautests für die Esparsetten und Tests mit Schaf- und Ziegenherden durchgeführt. Die Resutate werden nun gemäss einer Medienmitteilung der Forschungsanstalt Agroscope an verschiedenen Veranstaltungen vorgestellt: 10. Dezember 2011 in Grangeneuve FR, 9 März 2012 auf dem Plantahof GR, 10. März in Rütti Zollikofen BE und am 16. März 2012 in Visp VS. Informationen über die Veranstaltungen finden sich unter www.agridea.ch (10.12.2011).
Tessiner halten grosse Herden
Die Zeitschrift Forum publiziert in ihrer aktuellen Ausgabe verschiedene Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft zur Entwicklung des Schaf- und Ziegenbestandes in der Schweiz in den Jahren 2000-2009. Unter anderem wird aus den Statistiken ersichtlich, dass die Zahl der Herden mit mehr als 50 Ziegen in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen hat. Immer noch 70 Prozent der Ziegenhalter haben aber weniger als 5 Ziegen. Der durchschnittliche Ziegenbestand pro Herde liegt in der Schweiz bei 12 Ziegen. Erhebliche Unterschiede sind im interkantonalen Vergleich festzustellen. Die mit Abstand grössten Ziegenherden befinden sich im Kanton Tessin. Die durchschnittliche Herdengrösse pro Betrieb liegt dort bei 48 Muttertieren. Es folgen der Kanton Wallis mit durchschnittlich 22 Tieren und und der Kanton Graubünden mit durchschnittlich 19 Tieren (17.11.2011, Quelle: forum 11/2011 ).
Wahl der schönsten Ziegenhörner
Seit Mitte Jahr läuft der Fotowettbewerb „Nationaler Hörnerpreis“. Daniel Wismer, Armin Capaul und Peter Schoepfer wollen mit dieser Aktion die Zucht und Haltung behornter Tiere fördern. Hunderte Bilder sind seither eingegangen. Die schönsten Bilder von Ziegen mit Hörnern wurden am 3. November in der Zeitschrift „Tierwelt“ publiziert. Die Leserinnen und Leser küren nun bis am 18. November die drei besten Bilder. Wer mag, kann die Bilder auch online ansehen und abstimmen unter www.valengiron.ch. Die Preise werden im Rahmen des Hörnerfestes am 10. Dezember in Rheinau verliehen. Es gibt Geldpreise bis 1‘000 Franken zu gewinnen (5.11.2011).
Ziegenmilch-Eiscreme schmilzt langsamer
Mexikanische Untersuchungen haben ergeben, dass sich Eiscreme aus Ziegenmilch von derjenigen aus Kuhmilch auch bei gleicher Fabrikationsart in verschiedener Hinsicht unterscheidet. So verfügt das Speiseeis aus Ziegenmilch über mehr Calcium und Fett. Es hat zudem eine bessere Konsistenz und schmilzt zweimal langsamer wie Speiseeis aus Kuhmilch (12.10.2011, Quelle: www.la-chevre.fr).
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