Ziegen aktuell


Neue Tierschutzvorschriften für Ziegen

Der Bundesrat hat die Tierschutzverordnung (TSchV) revidiert. Die Änderungen werden am 1. Januar 2014 wirksam. Neue Bestimmungen zu Umzäunung und Transport betreffen auch die Ziegenhaltung. Bei zu klein bemessenen Auslaufflächen mit stromführenden Zäunen kann es insbesondere bei sozialen Auseinandersetzungen zu Situationen kommen, in denen die Tiere an den Zaun gedrängt werden und einen Stromschlag erhalten. Neu steht deshalb in Art. 35 der Tierschutzverordnung, dass Auslaufflächen nur mit stromführenden Zäunen begrenzt werden dürfen, wenn die Auslauffläche ausreichend gross und so gestaltet ist, dass die Tiere genügend Distanz zum Zaun halten und einander ausweichen können.
Das Tierschutzgesetz sieht für Tiertransporte eine maximale Fahrzeit von sechs Stunden vor (Art. 15). Um die Durchführung von Kontrollen zu erleichtern, muss der Fahrer gemäss Art. 152 TSchV künftig die Fahrzeit schriftlich festhalten. Zudem soll die Fahrzeit nach einem Unterbruch von 2 Stunden – in einer Umgebung, die den Mindestanforderungen für die Stallhaltung entspricht – neu beginnen. Ausführliche Angaben zur Revision der Tierschutzverordnung finden sich auf der Webseite des Bundesamts für Veterinärwesen unter www.bvet.admin.ch (31.10.2013).


Geissechuchi - Rezeptbuch und mehr

Im Fona Verlag ist soeben das neue Rezeptbuch für Ziegenprodukte "Geissechuchi" erschienen. Die Autorin Erica Bänziger gibt den Leserinnen und Lesern auf 140 Seiten vielerlei Informationen über die Ziegenhaltung früher und heute, über bedrohte Rassen, über das Käsen und den Käsegeschmack, den Kreislauf der Milchgewinnung und die Fleischproduktion – und natürlich finden sich in dem Buch zahlreiche Rezepte für Ziegenmilchprodukte und -fleisch, von pikant bis süß. Sie zeigen eindrücklich, wie vielfältig Ziegenprodukte in der Küche zur Anwendung kommen können. Die Texte werden umrahmt von vielen schönen Bildaufnahmen. Eine Leseprobe findet sich auf der Webseite des Fona Verlags unter www.fona.ch (5.6.2013).

 

Idealer Zeitpunkt zur Integration von Jungziegen

Die Eingliederung junger Milchziegen in eine bestehende Herde bedeutet Stress für alle beteiligten Tiere. Rangkämpfe und aggressives Verhalten können zudem zu Verletzungen bei den Ziegen führen. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien fanden heraus, dass die Integration am besten kurz nach dem Ablammen funktioniert, wenn es Ziegenlämmer in der Herde gibt. Versuche ergaben, dass Jungziegen insgesamt deutlich weniger sozialen Stress erfahren, wenn sie in Herden kurz nach dem Ablammen eingeführt werden. In „trockenen“ Herden waren die Tiere häufiger mit aggressivem Sozialverhalten konfrontiert und Stresshormone stiegen deutlich an. Susanne Waiblinger vom Institut für Tierhaltung und Tierschutz meint dazu: „Möglicherweise führt die Anwesenheit von Ziegenkitzen zur Ausschüttung von Oxytocin. Das „Bindungshormon“ stärkt nicht nur die Bindung zwischen Mutterziege und Kitz, sondern wirkt auch beruhigend, prosozial und stressmindernd. In weiteren Studien soll nun erforscht werden, ob Stress eher durch die Anwesenheit von Lämmern reduziert wird, oder ob die Milchproduktionsphase der Ziegen eine bedeutendere Rolle spielt (15.9.2013, Quelle: http://www.vetmeduni.ac.at).


Ziegenrassen als Holzspielzeug

Mit der neuen ProSpecieRara-Holzspielzeug-Edition lässt sich die Vielfalt der gefährdeten Schweizer Ziegenrassen spielerisch entdecken. Die Holzziegen entstanden in Zusammenarbeit mit Trauffer Holzspielwaren. In den Werkstätten in Hofstetten bei Brienz werden die Holzziegen aus FSC-zertifiziertem Holz handgefertigt. Sie tragen alle ein Glöckchen und messen ca. 8 x 8 cm. Die Ziegen sind einzeln oder im Set erhältlich. Pro verkaufte Ziege kommt 1 Franken den Ziegenprojekten von ProSpecieRara zugute. Indem Sie die Holzziegen weiterschenken, machen Sie zudem auf die gefährdeten Rassen aufmerksam. Weitere Informationen über die sympathischen Spielzeugziegen und den Bestellweg finden Sie unter www.prospecierara.ch (12.8.2013)

 

Neuauflage eines Praxisbuches

Der Ulmer Verlag hat das Praxisbuch "Landwirtschaftlichen Ziegenhaltung" kürzlich in einer zweiten Auflage herausgegeben. Es handelt sich nach wie vor um das einzige umfassende, deutschsprachige Fachbuch, das sich ganz auf die erwerbsorientierte Ziegenhaltung ausrichtet. Das Autorenteam behandelt deshalb neben den grundlegenden Fragen zu Haltung, Fütterung und Futterbau, Management, Zucht, Landschaftspflege und Gesunderhaltung vor allem auch Themen des Marktes und der Vermarktung von Ziegenprodukten sowie betriebswirtschaftliche Bewertungen. Das Buch besticht insbesondere durch eine Vielzahl an Tabellen und Grafiken, welche die Ausführungen zu den einzelnen Themen untermauern und nachvollziehbar machen. Der Ratgeber "Landwirtschaftliche Ziegenhaltung" kann direkt über die Webseite des Ulmer-Verlags bestellt oder als eBook heruntergeladen werden. Ebenso lässt sich auf dieser Seite vor dem Kauf eine Leseprobe einsehen (28.07.2013).

 

"Konrad Kupferhals" - das neue Ziegen-Kinderbuch

Das neue Bilderbuch "Konrad Kupferhals" stellt auf kinderfreundliche Art gefährdete Nutztiere vor. Der Held der Geschichte ist ein kleiner Kupferhals-Ziegenbock: »Kupferkessel!«, spotten die anderen Ziegen auf dem Hof. Sie lachen über Konrads Fell, das am Hals orange-rot ist. Konrad beschließt deshalb, wegzulaufen. Zurückkehren will er erst, wenn er einen schwarzen Hals hat wie alle andern auch.
Wie es dem mutigen kleinen Kupferhalsbock auf seiner Reise ergangen ist, lesen Sie am besten gleich selber im witzig illustrierten Buch von Philippe Ammann. Der Autor dieser gelungenen Geschichte weiss, wovon er schreibt. Als stellvertretender Geschäftsleiter der Stiftung ProSpecieRara ist er für den Tierbereich verantwortlich und leitet das Rettungsprojekt für Kupferhalsziegen.
Mit der Geschichte vom verzweifelten und mutigen Konrad der loszog und durch sein Abenteuer zu sich selber fand, möchte ProSpecieRara den kleinen und grossen Bilderbuchfreunden die Welt der gefährdeten Nutztiere näher bringen. Der Erlös aus dem Verkauf der Bücher kommt den Tierprojekten der ProSpecieRara zugute. Zum Bilderbuch stellt ProSpecieRara verschiedene Informations- und Arbeitsblätter zur Verfügung. Weitere Angaben und die Bestelladresse finden Sie unter www.prospecierara.ch (16.2.2013).

 

Auch Ziegen können in Kategorien denken

Ziege im Lernautomaten (Bild: FBN)

Forscher des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf erbrachten erstmals den Nachweis, dass auch Ziegen in Kategorien denken können. Aus dem Bestand des FBN wurden 26 weibliche, junge Zwergziegen eingestallt. Wasser konnten die Tiere nur über einen am FBN entwickelten vollautomatischen Lernautomaten, der in einem separaten blickdichten Abteil der Bucht stand, bekommen (vgl. Bild). Dazu wurden den Tieren auf einem Computerbildschirm vier verschiedene künstliche Symbole angeboten, denen jeweils ein Schalter zugeordnet war. Drei der Symbole waren unbelohnt. Durch Druck eines Schalters mit dem Nasenrücken erhielten die Tiere bei Wahl des als richtig definierten Symbols eine kleine Portion Wasser als Belohnung in eine unter dem Bildschirm befindliche Tränkschale. Nach jeder Wahl wechselten die Symbole per Zufallsauswahl die Anordnung auf dem Bildschirm. Bei einer anfänglich geringeren Lernleistung konnten die Tiere ihren Wasserbedarf durch eine erhöhte Anzahl an Schalterbetätigungen decken.

Mit einem speziellen Versuchsdesign wurden über mehrere Monate Tests über das individuelle Lernverhalten von Zwergziegen in größeren Gruppen am FBN durchgeführt. Ziegen, die Symbole mit einem weißen Zentrum am Lernautomaten erkannten, sind mit Wasserzufuhr belohnt (Kategorie 1) worden. Tiere, die bei den gleichen jedoch komplett schwarz gefüllten Symbolen den Schalter betätigten, erhielten keine Belohnung (Kategorie 2). Dieses Verfahren wurde mit einem Symbol aus der Kategorie 1 und dreien aus der Kategorie 2 in verschiedenen Kombinationen (4-fach-Diskriminierungsproblem) trainiert

Die Ergebnisse machten deutlich, dass beide Kategorien bereits nach drei Trainingsaufgaben von den Ziegen erfasst wurden. Dies deutet darauf hin, dass Zwergziegen nicht „nur“ optische Muster unterscheiden, sondern visuelle Symbole anhand von spezifischen Gemeinsamkeiten (schwarz gefüllt oder mit weißen Zentrum) einer abstrakten Kategorie (Belohnung, Nichtbelohnung) zuordnen können. Durch weitere Tests (Transfer-Tests) konnte nachgewiesen werden, dass Zwergziegen sogar in der Lage sind, diese erlernten Kategorien auf komplett neue Symbole zu übertragen und anzuwenden (26.12.2012, Quelle: www.fbn-dummerstorf.de).

 

Öko-Ziegenlammfleisch hat Potenzial

Ziegenkäse hat sich als beliebte Spezialität etabliert. Im Gegensatz dazu haben viele Konsumenten gegenüber Ziegenfleisch noch Vorbehalte. Als Koppelprodukt der Ziegenmilcherzeugung gibt es - vielfach auch in Bioqualität - immer mehr davon. In einer Studie der Universität Kassel, gefördert durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN), haben daher Agrarmarktexperten das Absatzpotential von Öko-Ziegenlammfleisch untersucht. Hierzu wurden potentielle Käufer im Rahmen einer Verkostungsaktion befragt: Fast durchweg positiv bewerteten sie den Geschmack dieser Fleischsorte, davon mehr als die Hälfte mit "sehr gut". Eigenen Angaben zufolge werden über 70 % der Verkostungsteilnehmer wahrscheinlich Öko-Ziegenlammfleisch kaufen. Sie erkannten das Ziegenlammfleisch als ein gesundes, fettarmes Lebensmittel. Das Forschungsprojekt der Universität Kassel will einen Beitrag zur Information von Öko-Milchziegenhaltern und Beratern leisten, wie sie unter Berücksichtigung von Ökonomie, Tiergerechtheit und Fleischqualität Ziegenlammfleisch erzeugen und vermarkten können. Weiterführende Informationen finden Sie in der Medienmitteilung des BÖLN [26 KB] . Unter www.schweizer-gitzi.ch publiziert der Schweizer Ziegenzuchtverband (SZZV) interessante Rezepte für Gitzi-Fleisch und die Anbieter von Ziegenfleisch aus Bio- und Nichtbiobetrieben (1.12.2012).


Ziegenmilch-Joghurt reduziert den Bluthochdruck

Ziegenmilch-Joghurt soll eine positive Wirkung bei Bluthochdruck haben. Venezolanische Forscher haben 39 Personen, die an Bluthochdruck leiden, täglich 150g Ziegenmilch-Joghurt zum Essen abgegeben. Nach sechs Wochen habe der systolische (obere) Blutdruck um 7mmHG abgenommen und der diastolische (untere) Blutdruck um 5 mmHG. Der optimale Blutdruck liegt bei Werten bis 119/79 mmHG (21.11.2012, Quelle: www.la-chevre.fr).


Unterstützung für den "Hörnerfranken"

Cirah, Miss Horn 2012

Die IG Hornkuh setzt sich dafür ein, dass Bauern mit horntragenden Kühen und Ziegen eine Entschädigung erhalten. Sie tut dies mit verschiedenen Aktivitäten wie der Wahl der Miss Horn, dem Hörnerfest und einer Petition. Wir haben an dieser Stelle bereits berichtet. Bald fallen die Würfel, ob das grosse Engagement erfolgreich ist. Denn das Parlament entscheidet über die Neuausrichtung der Direktzahlungen (AP 2014-17). Die Agrarallianz mit WWF, Pro Natura und ProSpecieRara unterstützt die Hörnerfranken-Idee. Dies zeigte auch Wirkungen im Parlament: Die vorberatende Wirtschaftskommission des Ständerates hat vor wenigen Tagen einen Antrag gutgeheissen, der Produktionssystembeiträge für «besonders tierfreundliche Produktionsformen einschliesslich Belassung von Hörnern» fordert.
Trotz dieser Etappenerfolge ist das Ziel noch nicht erreicht. Die entscheidende Debatte in den eidgenössischen Räten kommt erst noch. Sie haben die Möglichkeit, die IG Hornkuh durch die Unterzeichnung der Hörnerfranken-Petition zu unterstützen. Sie können dies online tun oder den Unterschriftenbogen herunterladen und handschriftlich ausfüllen (18.11.2012).

 

Klassiker neu aufgelegt

Der klassische Ziegenratgeber "Ziegen halten" des Ulmer Verlags ist soeben in der siebten Auflage neu erschienen. Wie in den früheren Auflagen bietet das Buch einen breiten und informativen Überblick von der Fütterung über die Unterbringung, Zucht, Gesunderhaltung bis hin zu Erzeugung und Verwertung von Ziegenprodukten. Weiterhin sind die Darstellung hilfreich bebildert. Neu ist ein leicht grösseres Format und ein aufgelockertes, moderneres Layout. Inhaltlich sind vor allem die gesetzlichen Bestimmungen zur Ziegenhaltung aktualisiert. Ebenso haben die Autoren ihre neuen Erkenntnisse und Erfahrungen aus tierärztlicher Sicht eingearbeitet. Wer einen Eindruck über das neue Erscheinungsbild machen will, findet auf der Webseite des Ulmer-Verlags eine Leseprobe. Der Ratgeber "Ziegen halten" kann dort auch direkt beim Verlag bestellt oder als eBook heruntergeladen werden. (11.11.2012).

 

Kompass für gefährdete Nutztiere

Ende Oktober ist der Nutztierkompass der Stiftung ProSpecieRara erschienen. Auf 100 Seiten werden 26 gefährdete Nutztierrassen vorgestellt und aktive Menschen im ProSpecieRara-Netzwerk portraitiert. Hinzu kommen Tipps zur Tierhaltung und prächtige Tieraufnahmen. Acht Portraits sind den gefährdeten Ziegenrassen von der Appenzellerziege bis zur Walliser Schwarzhalsziege gewidmet. Der Nutztierkompass will eine Orientierungs- und Informationshilfe für Menschen sein, die sich mit der Haltung und Zucht gefährdeter Nutztiere beschäftigen. Er richtet sich aber auch generell an alle Freunde rarer Rassen und bringt Interessierten die Welt der traditionellen Tiere näher. Das Taschenbuch "Nutztierkompass - Wissenswertes über die ProSpecieRara-Rassen" kann direkt über die Webseite der ProSpecieRara für Fr. 16 bestellt werden (11.11.2012).

 

SZZV sieht Herdebuchzucht in Gefahr

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) plant, eine neue Tierzuchtverordnung per 1. Januar 2013 in Kraft zu setzen. Die vorgesehenen Neuerungen werden vom Schweizerischen Ziegenzuchtverband (SZZV) stark kritisiert. Das BLW will mit der neuen Tierzuchtverordnung eine hochstehende, auf Reinrassigkeit ausgerichtete Zucht fördern. Die Tiere müssten neu einen Blutanteil von 87.5 Prozent aufweisen, damit ihre Züchter den vollen Beitrag erhalten. Anders als die Viehzüchter profitieren jedoch die Ziegenzüchter trotz der höheren Hürde betreffend Reinrassigkeit nicht von einem höheren Beitrag pro reinrassiges Tier. Im Gegenteil: Der maximale Bundesbeitrag für Ziegen soll von 40 auf 35 Franken sinken. Weiter soll in der neuen Verordnung festgeschrieben werden, dass sich die Züchterinnen und Züchter mit mindestens 20% an den züchterischen Massnahmen beteiligen. Der SZZV rechnet durch die Reduktion der Bundesbeiträge mit Massenaustritten, welche die gesamte Herdebuchzucht in Frage stellen würden. Er verlangt daher erhebliche Korrekturen und hofft, dass seine Anliegen beim BLW noch Gehör finden (12.8.2012, Quellen: www.schweizerbauer.ch, www.szzv.ch).


Bandwurm lauert am Wegesrand

Der Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer (BGK) warnt vor dem Befall durch Bandwürmer und Bandwurmfinnen. Nur eine Bandwurmart lebt als ausgewachsener Wurm in Ziegen. Meist verursacht diese Bandwurmart wenig Schäden. Symptome und damit Handlungsbedarf sind vor allem bei Jungtieren festzustellen (dicker Bauch, Abmagerung, stumpfes Fell). Problematischer ist der Befall von Bandwürmern des Hundes oder von Füchsen. Die Ziegen fungieren als Zwischenwirte, welche die Finnen (Larven) auf der durch Hunde- oder Fuchskot verunreinigten Weide aufnehmen. Sie entwickeln sich erst im Hund wieder zu ausgewachsenen Bandwürmern. Der Kreis der Infektion schliesst sich, wenn Hunde das rohe Fleisch zu fressen bekommen. Der Befall ist beim lebenden Ziegen kaum nachweis- und behandelbar. Die wirtschaftlichen Folgen des Befalls sind reduzierte Tageszunahmen und konfiszierte Schlachtkörper. Ausnahmsweise kann es gar zu Todesfällen kommen. Der BGK empfielt, rohe Schlachtabfälle nicht an Hunde zu verfüttern. Weiden in dicht besiedeltem Gebiet oder entlang von Spazierwegen sollten zudem vor Verunreinigungen durch Hundekot geschützt werden (1.8.2012, Quelle: forum 6/7).


Patenschaft für Ziege Ulli

Wollen Sie Patin oder Pate der Ziege Ulli (Bild) werden? Die Patenschaft von Ulli oder einer von 200 weiteren zur Wahl stehenden Ziegen der Ziegenalp Peil kostet Fr. 95.00 pro Jahr. Sie unterstützen mit ihrer Patenschaft die Ziegenalpen und damit verknüpfe Projekte in den Schweizer Bergen. Das Programm steht unter dem Patronat von Coop Patenschaften. Auf Wunsch können Sie Ihre Ziege auch auf der Alp besuchen und kennenlernen. Sie erhalten zudem ein Foto Ihrer Ziege und zum Sommerabschluss einen Ziegenalpkäse. Die Ziegenpatenschaft kann auch als Geschenk bestellt werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.coop.ch (1.8.2012).

 

Internetpetition für den "Hörnerfranken"

Armin Capaul und seine Mitstreiter der IG Hornkuh engagieren sich weiterhin mit Elan für den Erhalt behornter Kühe und Ziegen. Sie fordern dazu die Einführung des "Hörnerfrankens". Bei neuen Direktzahlungen (unter tierfreundliche Produktionsformen) sollen die Bauern ab 2014 für ihre behornten Tiere honoriert werden (pro Kuh (1 GVE) mit 1 Franken pro Tag und pro Ziege (5 Ziegen = 1 GVE) mit 20 Rappen pro Tag). Mit einer Internetpetition werden Parlament und der Bundesrat aufgerufen, die Förderung behornter Tiere im Landwirtschaftgesetz zu verankern. Wer die engagierten Kämpfer für das schöne Horn unterstützen will, findet die Petition zum Ausfüllen unter www.avaaz.org.
Zusammen mit der Schweizer Bauernzeitung sucht die IG Hornkuh zudem die Miss Horn 2012. Besitzerinnen und Besitzer behornter Milchziegen können ihre Tiere noch bis am 15. Juli 2012 anmelden und haben damit die Chance auf den Hauptpreis von CHF 2000. Die Preisverleihung findet am 28. Oktober 2012 am 2. Nationalen Hörnerfest in Kirchlindach BE statt. Weitere Angaben zu den Teilnahmebedingungen sind unter www.valengiron.ch nachzulesen (5.7.2012).


Übergangsfristen des Tierschutzgesetzes laufen ab

Das Bundesamt für Veterinärwesen weist in einer aktuellen Mitteilung darauf hin, dass Ende August 2013 verschiedene Übergangsfristen der geltenden Tierschutzgesetzgebung (in Kraft seit 2008) ablaufen. Bei der Ziegenhaltung betrifft dies vor allem die Ausbildung der Ziegenhaltererinnen und Ziegenhalter. Wer mehr als 10 Ziegen hält, muss einen Sachkundenachweis vorlegen können. Umfasst die Tierhaltung insgesamt mehr als 10 Grossvieheinheiten Nutztiere (50 Ziegen), ist eine landwirtschaftliche Ausbildung erforderlich. Weitere Informationen zum Sachkundenachweis finden sich unter der Rubrik "Ausbildung für Ziegenhalter" (1.7.2012).

Ziegenmütter vergessen nicht

Ziegenmütter erkennen ihren Nachwuchs auch ein Jahr nach der Trennung noch anhand der Rufe. Dies schreiben Forscher in den «Proceedings B» der britischen Royal Society nach ihren Untersuchungen mit Zwergziegen. Zunächst wurden die Laute fünf Wochen alter Ziegenkitze aufgenommen. Diese wurden den neun Muttertieren sofort und dann noch einmal 11 bis 17 Monate später vorgespielt. Die Ziegen reagierten deutlich stärker auf das Gemecker des eigenen Nachwuchses. Die Wissenschaftler vermuten, dass dieses Erinnerungsvermögen vor allem helfen soll, die Inzucht mit den Söhnen zu vermeiden. Gleichzeitig ermögliche es eine stabile Beziehung zu den Töchtern. Ein ähnlich langanhaltendes Erinnerungsvermögen wie bei den Ziegen ist gemäss den Forschern bislang bei Australischen Seelöwen, Nördliche Seebären und Lisztaffen nachgewiesen worden (25.6.2012, Quelle: http://rspb.royalsocietypublishing.org)


Ausstellung über die Appenzeller Ziege

Die weissen Appenzeller Ziegen gehören zum Landschaftsbild des Appenzells und spielen auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Region eine wichtige Rolle. Das Museum Appenzell widmet deshalb diesen cleveren Tieren eine Ausstellung mit dem Titel «Chom giz giz giz. Die Appenzeller Ziege». Sie ist noch bis am 4. November zu sehen. Dazu kommt ein attraktives Begleitprogramm, z.B. mit kulinarischen Einblicken und einem Besuch auf einer Ziegenalp oder einer Ziegenschau. Weitere Angaben zu dieser bemerkenswerten Ausstellung finden sich unter www.ai.ch (25.6.2012).

 

Alternative Entwurmungsmethode geprüft

Entwurmungsmittel werden den Ziegen üblicherweise in der doppelten Schafsdosierung verabreicht. Möglich ist jedoch auch eine nach 48 Stunden wiederholte, einfache Dosierung. Sie ist dann effektiver, wenn bereits Resistenzen gegenüber dem entsprechenden Wirkstoff bestehen. Wenn keine Resistenzen bestehen, haben beide Entwurmungsmethoden eine gleich gute Wirkung. Ebenfalls keinen Unterschied konnte bei einer Totalresistenz festgestellt werden. Diese Erkenntnisse ergab die Bachelor-Arbeit von Janine Eigenmann an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft. Getestet wurde mit Valbazen®, Cydectin® und Eprinex™ gegen Magen-Darm-Strongyliden. Betont wird von der Verfasserin, dass nicht ausschliesslich prophylaktisch entwurmt werden sollte, ohne Verdacht auf ein parasitäres Vorkommen und ohne diagnostische Abklärung durch Kotproben. Weiter werden unter anderem ein gutes Weidemanagement, ein konsequenter Wechsel der Wirkstoffgruppen sowie die Zucht auf Parasitenresistenz empfohlen (14.4.2012, Quelle: forum 4/2012)


Welchen Dialekt meckern Ihre Ziegen?

Das Gemecker von Ziegen mag für manche Ohren gleichförmig klingen. Forscher der Londoner Queen Mary-Universität widerlegen dies jedoch in einer aktuellen Studie: Ziegen, die in der gleichen Herde aufwachsen, entwickeln ähnliche Rufe und so etwas wie einen gemeinsamen Akzent. Je länger die getesteten Ziegen zusammen lebten, desto ähnlicher wurden die Rufe. Weiter stellten sie fest, dass das Gemecker von Geschwistern ähnlicher ist wie dasjenige von Halbgeschwistern. Die Forscher gehen davon aus, dass der Akzent den Tieren helfen soll, Fremde zu identifizieren. Bislang war nur bei Fledermäusen und Walen bekannt, dass sie sich in unterschiedlichen Akzenten verständigen. Die nun vorliegenden Erkenntnisse bei den Ziegen deuten die Forscher dahingehend, dass die Stimmen von Säugetieren weit formbarer sind wie bislang angenommen. Die vollständige Studie ist im britischen Journal "Animal Behavior" publiziert und kann kostenpflichtig heruntergeladen werden (19.2.2012, Quelle: www.sciencedirect.com).


Glangger-Krankheit wird untersucht

Glangger-Gitzi treten immer wieder auf. Die Ursachen der Glangerkrankheit sind dennoch bis heute nicht bekannt. Prof. Ulrich Bleul vom Tierspital Zürich will dies ändern und der Krankheit auf den Grund gehen. Dies teilte er an der Sektionsversammlung des Beratungs- und Gesundheitsdienstes Kleinwiederkäuer (BGK) am 26. November 2011 mit. Bekannt ist bislang, dass die Krankheit gehäuft am Ende der Ablammsaison auftritt und vor allem Tiere im Alter von 4-14 Tagen betrifft. Symptome sind Hinterhandschwäche, Apathie und Festliegen. In solchen Fällen sei es wichtig, dass die Milch sofort abgesetzt und den Tieren Milchersatzlösung gegeben wird, ab dem 2. oder 3. Tag abwechslungsweise Milch und Ersatzlösung. Empfohlen wird auch die Verabreichung von Antibiotika (13.2.2011, Quelle: forum 1/2 - 2012)


Milchpulver für die Aufzucht richtig dosieren

Rund ein Drittel der Ziegenmilchproduzenten verwendet Milchpulver für die Gitzi-Aufzucht. Dies zeigt eine Umfrage der Beratungs- und Gesundheitsdienstes für Kleinwiederkäuer und des Vereins der Westschweizer Ziegenproduzenten. Zur Vermeidung von Blähungen und Durchfall ist die richtige Konzentration des Milchpulvers wichtig. Hier wurde festgestellt, dass immer wieder Fehler auftreten. Die Gebrauchsanweisungen müssen richtig gelesen und interpretiert werden, z.B. „120 g Pulver pro Liter Wasser“ (=120g Pulver + 1000g Wasser) oder „120g Pulver pro Liter Mischung“ (=120g Pulver + 880g Wasser). Die Umfrage hat u.a. weitere Faktoren aufgezeigt, die für die Gitziaufzucht wichtig sind: ein gutes Stallklima (insb. Luftqualität), wenig Stressfaktoren bei der Geburt (Ablammbox, Geburtsüberwachung) und Heu spätestens ab der zweiten Woche (11.2.2012, Quelle: UFA Revue 2/2012).


Bestandesaufnahme zum Schmallenberg-Virus

In Deutschland wurde bis zum Mittwoch bei Tieren aus 377 Betrieben das Schmallenberg-Virus nachgewiesen. Betroffen sind 10 Rinder-, 350 Schaf- und 17 Ziegenhaltungen. Die Fälle traten in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen (5 Rinder-, 169 Schaf-, 6 Ziegenhaltungen), Niedersachsen (1 Rinder-, 56 Schaf-, 2 Ziegenhaltungen), Hessen (32 Schaf-, 1 Ziegenhaltung), Schleswig-Holstein (1 Rinder-, 40 Schafhaltungen), Rheinland-Pfalz (1 Bison, 16 Schaf-, 3 Ziegenhaltungen), Baden-Württemberg (1 Rinder-, 3 Schaf-, 4 Ziegenhaltungen), Brandenburg (6 Schafhaltungen), Thüringen (9 Schafhaltungen), Sachsen-Anhalt (2 Schafhaltungen), Hamburg (1 Rinder-, 2 Schafhaltungen), Bayern (4 Schafhaltungen), Sachsen (8 Schafhaltungen) und Mecklenburg-Vorpommern (1 Ziegenhaltung) auf (Quelle: www.weser-ems.business-on.de).
In der Schweiz wurde bisher noch kein Fall nachgewiesen. Das Bundesamt für Veterinärwesen hat jedoch auf seinem Internetportal alle bisherigen Erkenntnisse zur Krankheit und weiterführende Links zusammengestellt. Die aufschlussreiche Webseite findet sich unter www.bvet.admin.ch (9.2.2011).


Schmallenberg-Virus breitet sich aus

Aus den Niederlanden und Belgien kommend breitet sich der „Schmallenberg“-Virus nun auch in Deutschland immer weiter aus. Das "Schmallenberg"-Virus wurde bisher bei Rindern, Schafen und Ziegen nachgewiesen. Die Erkrankung der Tiere ist mit Fieber und Milchrückgang verbunden, teilweise zusammen mit Durchfällen und Aborten oder Fehlbildungen der Lämmer. Erwachsene Tiere würden durch die Krankheit geschwächt, sterben aber nicht daran. Neugeborene hätten hingegen keine Chance gegen das Virus.
Seinen vorläufigen Namen bekam das Virus durch die Entdeckung am Friedrich-Loeffler-Institut im November 2011. Dieses hat den Virus bei Proben aus einem Betrieb in Schmallenberg (Hochsauerlandkreis) erstmals isolieren und dem sog. "Orthobunya"-Virus zuordnen können. Dieser Erreger, der durch kleine Stechmücken übertragen wird, fand sich bislang nur in Asien, Australien und Afrika.
Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten haben Anfang 2012 vereinbart, dass der Handel wegen des SBV-Geschehens nicht eingeschränkt werden sollte. Vielmehr müssten weitere Erkenntnisse über das Auftreten und die Verbreitung gewonnen werden. Menschen gelten nicht als gefährdet (19.1.2012, Quelle: u.a. www.bmelv.de).


Herdebuch geht online

Ein neues Herdebuchprogramm soll ab 2013 den administrativen Aufwand für die Ziegenzüchter reduzieren. Über dieses Vorhaben berichtet die Geschäftsführerin des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes, Ursula Herren, in einem Interview in der Januarausgabe der UFA-Revue. Die Züchter werden künftig einen direkten Internetzugang auf das Herdebuch erhalten. Der Aufwand zur Datenaufzeichnung verringert sich dadurch. Auswertungen, Abstammungs- und Leistungsausweise lassen sich zudem bequem ausdrucken. Geprüft wird derzeit noch, ob der Meldeweg über die Tierverkehrsdatenbank verlaufen soll. Die Programmierung des neuen Systems erfolgt im Laufe dieses Jahres. Die Inbetriebnahme ist für März 2013 vorgesehen.
Ursula Herren informiert im Weiteren darüber, dass der SZZV nach Möglichkeiten sucht, den Zeitbedarf für die Milchkontrolle zu verringern. Dazu stehe man mit verschiedenen Melktechnik-Anbietern in Kontakt, damit praxistaugliche Milchmessgeräte auf den Markt kommen (8.1.2012, Quelle: UFA Revue 1/2012).


Neue Weisung zur Kennzeichnung von Klauentieren

Das Bundesamt für Veterinärwesen hat die Technischen Weisungen über die Kennzeichnung von Klauentieren überarbeitet. Die neue Version ist seit dem 1. Januar 2012 in Kraft und unter www.bvet.admin.ch abrufbar. Die Bestimmungen, wonach Ziegen spätestens 30 Tage nach der Geburt gekennzeichnet werden müssen, bleiben unverändert. Weiterhin sind Zwergziegen, die als Heimtiere gehalten werden, unter gewissen Voraussetzungen von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen.
Neuigkeiten zur Kennzeichnungspflicht gab es Ende Jahr für die Schaf- und Ziegenhalter in den EU-Ländern. Sie müssen Tiere, die vor 2010 geboren wurden, erst ab 2015 auf Transporten einzeln überwachen. Diesen Aufschub hat der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit (SCoFCAH) auf Druck verschiedener Mitgliedländer gewährt. Für Ziegen, die nach dem 31. Dezember 2009 geboren wurden, gilt bereits heute die Pflicht zur Anbringung eines elektronischen Senders und zur Erfassung sämtlicher Transporte (7.1.2012, Quelle: www.proplanta.de)


Erfolgreiches Hörnerfest

Rund 150 Personen besuchten am 10. Dezember 2011 das erste Schweizer Hornfest in Rheinau (vgl. unsere Mitteilung vom 5.11.2011). Im Rahmen des abwechslungsreichen Programmes las u.a. Autor Martin Ott aus seinem neuen Buch „Kühe verstehen“ vor. Armin Capaul – zusammen mit Daniel Wismer Initiator der Horn-Direktzahlungs-Idee – trug eine moderne Hörnersage vor, die den Weg bis hin zum Hornfest skizzierte. Zudem wurde die Preisverteilung des Fotowettbewerbes (Siegerbilder unter www.valengiron.ch) vorgenommen. Den Fotowettbewerb in der Kategorie Ziegen gewann Annina Staub aus Arogno mit dem nebenstehenden Bild. (1.1.2012, Quelle: www.lid.ch).

 
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