Vor drei Jahren stiess ProSpecieRara auf seltene Ziegen. Sie sind wie eine Walliser Schwarzhalsziege gezeichnet. Ihre vordere Körperhälfte ist jedoch nicht schwarz, sondern kupferrot. ProSpecieRara gab dem hellen Schlag den Namen „Kupferhalsziege“.
Opfer einer Fehleinschätzung
Die Kupferhalsziegen wurden lange Zeit der Schwarzhalsziegen-Rasse zugerechnet. Die roten Tiere passten jedoch nicht ins Muster des offiziellen Rassestandards und hatten daher keine Chance auf Aufnahme ins Zuchtbuch. Die vermeintlich falsch gefärbten Tiere waren somit für Züchter uninteressant und landeten bereits als Gitzi beim Metzger. Nur einige wenige Tierhalter haben bis heute die roten Tiere aus reiner Liebhaberei weitergezüchtet.
Im letzten Moment entdeckt
ProSpecieRara setzt sich für die Rettung der seltenen Ziegen ein, denn mit der konsequenten Ausselektion der Kupferhalsziegen, wie sie über viele Jahrzehnte praktiziert wurde, ist deren Aussterben unvermeidlich. Seit Projektbeginn 2006 konnte ProSpecieRara insgesamt knapp 70 Tiere ausfindig machen und Zuchtgruppen in verschiedenen Regionen der Schweiz verteilen. Mit dem bislang bekannten Tierbestand ist es jedoch sprichwörtlich "5 vor 12", um die Kupferhalsziege noch zu retten. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, wie viele weitere Tiere gefunden werden können und wie eng verwandt die erfassten Tiere sind.
Suche geht weiter
Ein wichtiges Ziel des Projekts ist es, alle verbliebenen Kupferhalsziegen aufzuspüren und die Besitzer von ihrem Wert zu überzeugen. ProSpecieRara ruft dazu auf, ihr zu melden, wenn Kupferhalsziegen gesehen werden oder Ziegenhalter bekannt sind, die kupferfarbige Tiere besitzen. Jeder Hinweis ist wichtig! Die Kontaktadresse lautet: ProSpecieRara, Pfrundweg 14, 5000 Aarau, Tel: 062 832 08 28, Email: info@prospecierara.ch.
Italienische Vorfahren
Die Kupferhalsziege ist nah verwandt mit der Walliser Schwarzhalsziege. Sie weist mit ihrer Kupferfarbe auf die gemeinsamen Vorfahren, die Kupferziegen hin. Die heute ausgestorbene italienische Kupferziege lässt sich aufgrund historischer Quellen nachweisen. Sie gilt gemäss den Angaben der ProSpecieRara als Urahnin der Walliser Schwarzhalsziege. Und möglicherweise trägt die heutige Kupferhalsziege diese alten Gene mit sich.
Gencode soll helfen
ProSpecieRara machte sich zusammen mit dem Tierspital der Universität Bern auf die Suche nach dem genetischen Code der rassetypischen Fellfarbe. Das Auffinden dieses Gens wäre für den Erhalt der Schwarzhalsziegen von besonderem Interesse. Denn mit einem Gentest kann innerhalb der Schwarzhalsziegen-Beständen gezielt nach Tieren gesucht werden, die das Kupferhals-Gen noch in sich tragen. Diese Tiere könnten in das Erhaltungszuchtprojekt integriert werden. Darüber hinaus ist das Auffinden des spezifischen Gens ein weiterer Schritt zur Etablierung einer eigenständigen Rasse.
Kupferhalsziege im Jahr der Biodiversität
Das Jahr 2010 wurde zum UNO-Jahr der Biodiversität erklärt. Die Biodiversität umfasst alle Arten, ihre genetische Vielfalt und die Ökosysteme auf unserem Planeten. Sie ist für das Überleben und die Entwicklung der Menschheit von existenzieller Bedeutung. (vgl. offizielle Seite „Biodiversität ist Leben“). Wir alle können einen Teil zum Erhalt der Artenvielfalt leisten, zum Beispiel mit der Unterstützung des Projekts zur Rettung der Kupferhalsziege.
Informationen der ProSpecieRara
Durch ein Anklicken des nebenstehenden Bildes gelangen Sie auf die Internetpräsenz der Stiftung ProSpezieRara. Dort finden Sie weitergehende Informationen zur Kupferhalsziege, zum Erhaltungsprojekt und zur Arbeit der Stiftung allgemein. ProSpecieRara ist eine schweizerische, nicht-Profit-orientierte Stiftung. Sie wurde 1982 gegründet, um gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen vor dem Aussterben zu bewahren. Der Schutz und die Erhaltung der natürlichen Vielfalt ist unverzichtbar für die Nahrungsmittelsicherheit der Zukunft. Denn jede verlorenen Sorte oder Rasse bedeutet auch den Verlust von Genmaterial und schmälert die Ausgangslage für neue Züchtungen.
Kupferhalsziegen im Schweizer Fernsehen
In der Sendung "Schweiz Aktuell "im Schweizer Fernsehen vom 22. Dezember 2008 wurde über das Projekt und den Zwischenstand der Untersuchungen berichtet. Hier können Sie sich den interessanten Beitrag ansehen.
Helfen Sie mit einer Spende!
Solange die Kupferhalsziege noch nicht als Rasse offiziell anerkannt ist, sind keine öffentliche Fördermittel erhältlich. Und ohne finanzielle Mittel ist das Erreichen dieser Rassenanerkennung nicht möglich. Die Katze beisst sich in den Schwanz! Private Mittel sind deshalb zwingend erforderlich, um die Kupferhälse zu retten. ProSpecieRara hat dafür ein Spendenkonto eingerichtet:
ProSpecieRara, Pfrundweg 14, 5000 Aarau
Postkonto: PC 90-1480-3
IBAN CH29 0900 0000 9000 1480 3 / BIC POFICHBEXXX
Vermerk: Kupferhalsziege
Wir senden Ihnen auch gerne Einzahlungsscheine. Das Bestellformular finden Sie auf der Seite "Ja, ich helfe mit!". Das ZEWO-Gütesiegel garantiert dafür, dass Ihre Spendengelder bei der ProSpezieRara gewissenhaft und zielgerichtet eingesetzt werden.




